091_2020

Rückkehr des Blau

Rückkehr des Blau
Nr. 1272
Unikat: Größe bei Interesse bitte erfragen
(c) 2018 Ronald Puhle

Model: Curly Schaddai

Ich habe eine Fürsorgepflicht gegenüber meiner Zufriedenheit.

Turaphot – Update

Fertig prozessierte Papierabzüge lasse ich, vorher auf einer Steinplatte gut ausgequetscht, auf dem Holztisch liegend lufttrocknen. Das klappt soweit ganz gut. Beim papierstarken Vephota-Papier sieht es etwas anders aus. Es kräuselt sich wie Hulle. Glücklicherweise nimmt das Papier, aber vor allem die Fotoemulsion das Glätten an der Tischkante mir nicht ganz so übel. Und so habe ich die betreffenden Abzüge etwa zwei Wochen gepresst und dann halbwegs so glatt gestrichen, dass die Abzüge scannbar sind.

Beim kartonstarken Turaphot spitzt sich die Situation aktuell zu. Der 10 x 15 cm Bogen wellt sich ebenfalls abnorm, nur meldet sich die Emulsion beim Glätten mit einem Knacken und hässlichen Rissen. Das ist nicht gut. Aus den Anfängen meiner ORWO-Exkursion mit abgelaufenen Fotopapier kenne ich den Zustand. Vereinzelt kann sich sogar die Emulsion partiell lösen. Das geht auch beim Turaphot so aus.

Um das Problem anzugehen, machte ich mich auf die Suche und bin bei meinen Recherchen bei Gesa Kolbe, ‚Gelatine – Eigenschaften und Auswahlkriterien in der Papierrestaurierung‘ hängen geblieben. Als einen Weichmacher für Gelatine beschreibt sie Glycerol (Glycerin, Glyzerin), das aber auch die Glastemperatur herabsetzt. Der Aspekt stört mich jetzt nicht so.

Anfänglich habe ich das Glycerin direkt auf ‚knackende‘ ORWO-Fotopapiere aufgetragen. Im Laufe der Zeit ist von mir das das Vorgehen abwandelt worden: Ich mische 5 Milliliter Glycerin mit 95 Milliliter Alkohol (Brennspiritus). So lässt sich Glycerin besser und vor allem gleichmäßiger auftragen, da der Alkohol die Oberflächenspannung nimmt und nicht die Gelatine anlöst. Entpuppt sich also eine Charge altes abgelaufenes Fotopapier als ‚Knacker’*, dann trage ich das Alkohol/Glycerin-Gemisch mit einem Wattebausch nach dem Quetschen auf die noch feuchte Emulsion auf. Der noch feuchte Bogen wird auf dem Holztisch an den vier Ecken so beschwert, dass er sich beim Trocknen nur kaum verziehen kann. Anschließend werden die Abzüge zwei Wochen gepresst.

* Wenn es leise im Atelier ist, dann kann man das Brechen der Emulsion beim Trocknen und damit Wellen der Abzüge hören.

090_2020

Ins Blaue hinein

Ins Blaue hinein
Nr. 1228
Unikat: Bei Interesse Größe bitte erfragen
(c) 2018 Ronald Puhle

Wer sich keine Zeit lässt kann alles.
Jetzt, hier, gleich, sofort.

Ludmilka an Ronaldo: ‚Ich verstehe alles, was du mir schreibst, mein Prinz.‘

Ich habe ja echt gedacht, dass in dieser heißen häuslichen Coronaphase mein Spam-Werbung-Filterpostfach nur so vor sehnsüchtig, sich nach Liebe sehnende Botschaften unbefriedigter Frauen, überquellen wird. Aber nein. Nichts geschieht dergleichen. Um ehrlich zu sein habe ich eher den Eindruck, trotz Mutti Merkels Zuhause-Kampagne scheinen die Leute noch weniger Zeit zu haben. Lese ich, dass gestern der Kollwitzplatz Rappel voll war, verstehe ich warum die Hipsterbezirke Berlins die Infizierten-Hitparade der Stadt anführen. Elitäre Arschlöcher halt. Damit kann der Nordosten Berlins mit seinen Betonpalästen nicht mithalten. Wobei gestern auch hier viel Bewegung war, vor allem Rentner und Rollatoren. Warum?

Nun denn, jetzt schreibt mich also diese Lyudmila-Ludmilka an. Auf Ausländisch und ich lasse Google Translator die Worte sprachtransformieren. Ludi lebt niedergelassen in Russland, ist 38 Jahre alt und sucht jemand der im Vergleich zu ihr älter wird. Bingo, das passt und trifft auf mich genau zu. Beton ist kein Problem für sie, genauso wenig spricht sie ein Nacktfoto-Verbot aus. Heute könnte folglich mein Glückstag sein. Nur ich habe keine Lust auf Schreiben, Reden und Süßholzraspeln. Langweilig. Und dann der Mega-Fauxpas: Prinz! Ich? Ich bin gewohnt das Frauen ‚Oh mein Gott‘ zu mir sagen! Da nutzen auch die Kulleräuglein nichts, die Nummer hat das Plaudermäuschen echt versaut. Ich verkrieche mich wieder in mein Kingsize-Bett und genieße einen Tag mit mir allein und nur das Pummeleinhorn schaut Kekse knabbernd zu.

Zitat Anfang
Mir scheint, du bist derjenige, nach dem ich suche. Erzähl mir mehr über dich. Mailen Sie mir Ihre Bilder darüber.
Ich bin Lyudmila, jetzt bin ich 38 Jahre alt. Ich frage mich dein Alter? Ich versuche nur, jemanden zu finden, der im Vergleich zu mir älter wird.
Ich lebe und habe mich außerdem in Russland niedergelassen. In welchem Bereich bist du? Ich muss einen Mann treffen, mit dem ich gemeinsame Vorlieben finde.
Ich bin auf der Suche nach jemandem mit Motiven als festem Beton. Ich würde wirklich gerne ein Gespräch mit Ihnen beginnen.
Ich hoffe, Sie sind wirklich interessiert und diese E-Mail bleibt nicht ohne Antwort.
Ich muss Sie bitten, nicht zu vergessen, mir Ihre Schnappschüsse zu schicken, damit wir uns spürbar schneller lernen können.
In dieser Nachricht werde ich ein Bild von mir persönlich senden, und vielleicht wirst du es lieben.
Wenn Sie mich nicht mögen, können Sie meine Nachricht loswerden.

Zitat Ende

Scam mit Ludmilka

Für das oben gezeigte Machwerk zeichnet Ronaldo Capybara nicht verantwortlich. Das Zeug wurde ihm unaufgefordert zugeschickt und wird nur zum dokumentarischen Zweck hier veröffentlicht!

089_2020

Was du verdienst

Was du verdienst
Nr. 2552
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2020 Ronald Puhle

Model: ZweifelnHochZwei

In meinen Arbeiten benutze ich viele Brauntöne.
Braun, wie die Kutte des Mönches.
Braun, wie ein Armutsgelübde.