Warum ist „Schuld haben“ so beliebt?
Was bleibt sind die Krebszellen auf der Seele.
Die Ereignisse jagen meine Kreativität.
Ausgesprochene Gedanken können ein merkwürdiges Eigenleben entwickeln.
Ich bin so tolerant und vielseitig. Wer aber nicht meiner Meinung ist, der wird sehen, was er von seiner Intoleranz hat.
Chinesische Qualitätsware muss so chemisch riechen.
Es ehrt mich Teil deiner Vorstellungen zu sein.
Was ist das Leben Wert, wenn alles andere verloren ist?
Meine Sonne, meine Sterne, Mond meines Lebens.
Liebe ist der Tod der Pflicht.
Der Clevere ignoriert.
Da ist der Hund oder Wurm drin.
LED Solar-Blumenstrauss, Metall und Kunststoff, Dämmerungssensor, Erdspies, Zweige individuell biergbar und leuchtet mega. Ja, biergbar!
Ich kann nicht mehr digital knipsen und entwickeln. Was da rauskommt fühlt sich an wie ein Orgasmus ohne Samenerguss.
Um die Dummheit nicht zu hören mache ich Lärm.
Lieber gestern als morgen.
Wenn schon, dann bitte das ganze Programm.
Plan Ausbrüten.
Kategorie: Kurzgeschichten
Gedankenfragmente und Dummsülz in Kurzgeschichten, die nicht unbedingt Ernst zu nehmen sind, verarbeitet
Gesichtslos
Denke ich an die Anfangszeit meiner fotografischen Laienschaft, erinnere ich mich nur an eine junge Frau, die gezielt darauf bestanden hat, dass ihr Gesicht in den veröffentlichten Bildern nicht zu erkennen ist. Sie begründete die Entscheidung damit, dass sie nicht wüsste, wie ihr weiterer Weg aussehen werde und ob da nicht eventuell später Ganzkörper-Barfußbilder ihrer Karriere schaden könnten. Sie war 18 Jahre jung und ich fand, dass sie übertrieben weit vorausgedacht hat. Ich entsprach natürlich ihrem Wunsch. Was und ob aus ihr „etwas“ geworden ist, ich weiß nicht. Aus den Augen aus dem Sinn. Vielleicht weiss sie heute gar nicht mehr, dass sie sich mal hat nackt fotografieren lassen.
Im Laufe der Jahre wurde der Wunsch nach einer fotografischen Anonymisierung der Modelle immer größer. Teilweise kann ich es verstehen. In der freien Wildbahn laufen genug perverse Spinner herum, die ein Aktmodell als ein leicht zu fickendes Stück Freiwild betrachten. Das gilt sowohl für andere sogenannte Fotografen als auch für ordinäre Bildgucker und Wichsvorlagen-Sammler. Völlig triebgesteuert gibt es kein Halten und den Frauen wird entsprechend nachgestellt. Gedanken an die weitere Karriere sind sicherlich legitim, nur sollten wir Karriere definieren. Hier und da ist der Wunsch nach Anonymität ziemlich scheinheilig, kann ich in einer anderen Onlinegemeinschaft sehen, die dieselbe Frau ihrem Sex-Partner gepflegt einen bläst und das Gesicht ist dabei auch noch richtig gut zu erkennen.
Tod des Dialogs
Manchmal kommt es mir vor, als hätte ich bereits schon einmal so gesprochen. Ein verbales Déjà-vu sozusagen. Ich denke da weniger, dass ich mich ständig wiederhole. Eher zeigen mir diese wiederkehrenden Gedanken, dass die menschliche Dummheit nicht wirklich am Aussterben ist.
Naiver Mädchentraum in den Qualitätsmedien: „Ich möchte in einer schönen Zukunft leben …“ sprach die Klimaprinzessin in die Fernsehkamera.
Nachtigall, ich seh‘ dir strapsen.
Die Schnepfen sind am Aussterben. Also ich kenne noch genug.
Das Internet ist der Ort der Behauptung, die Geburtsstätte der latenten Gutgläubigkeit und der Nährboden für die Rückbesinnung des Menschen zu den Wurzeln seiner Evolutionsgeschichte.
Sehe und höre ich den Christian Giese im TV, muss ich immer an Benny von der Olsenbande denken.
Der Duden hält die Klappe oder wandert ins Altpapier.
Tierschutzlogik: Bevor ich ein Tier schützen möchte, muss ich es erst einmal fangen.
Im Auftrag des Staates darf die Polizei Gewalt gegen die Bürger einsetzen.
Ich trage immer ein Stück Holz mit mir herum. Es könnte die nächste Sprosse einer Leiter sein, der fussbreit längere Steg oder die Verlängerung meiner Hand, die dich vor dem Absturz rettet.
Machs gut!
Irgendwann kreuzten sich unsere Wege. Private Kontakte und der gegenseitige Wunsch, im kreativen Sinn voneinander zu profitieren. Und so fotografiere ich für einige Zeit die Berliner Band K(l)eingeld bei ihren Proben, Konzerten und Shootings für Promotion-Fotos. Alles ist nicht nur so nebenbei, ich bin Teil eines musikalischen Projekts. Teil einer Familie. Nur die Aktivitäten zu einer Tageszeit, zu der ich normalerweise im Bett liege und schlafe, machen mir etwas zu schaffen. Ich bin keine Nachteule. Ich bin eher der Wurm, der den frühen Spatz fängt. Einige kreative Spielereien mit der Digitalkamera schaffen es in mein Blitzen-Buch. Und ich habe mit K(l)eingeld mein erstes analoges Outdoor-Shooting.
Die ganze Zeit bist du der Mann im Hintergrund. Ruhig und doch mit deiner Art präsent.
Irgendwann krieselt es in der Band, ein Gründungsmitglied steigt aus und K(l)eingeld wird sich davon nie erholen. Wie ich später erfahren habe, kommen ein paar private Dissonanzen hinzu und K(l)eingeld ist Geschichte. Versuche, trotzdem irgendwie weiterzumachen scheitern daran, dass ich ein Jahr lang gegen meinen „Sauron“ kämpfen muss. Während ich mich in meiner Eingliederungsphase befindet, erzählst du mir, dass du ebenfalls diesen Kampf kämpfen musst. Du sagtest, alles ist gut. Diesen Satz sollte man einem Krebskranken nie abnehmen. Ich sehe Fotos von dir und weiss, dass es dir nicht gut geht. Auch wenn wir die letzten Jahre wenig miteinander geredet haben, so gab es immer wieder ein Zeichen, eine Geste. Sei es zum Geburtstag oder ein Like auf Instagram. Es ist dieses Ding des Lebens, dass sich Wege finden aber auch wieder verlieren können.
Gestern las ich etwas und hatte eine böse Vorahnung. Erst heute konnte ich „recherchieren“ und musste die traurige Nachricht bei deinen Söhnen lesen: Du hast über eine lange Zeit gekämpft und hast letztendlich den Kampf verloren. Das sind die Momente in denen ich registriere, wie viel Glück ich mit meiner Krebserkrankung habe. Es sind die Momente, wo ich mir wieder bewusst werde, dass ich mein Leben für mich zufrieden leben möchte. Es sind die Momente, wo ich jeden Tag als ein Geschenk betrachte, das ich tagtäglich in Ehren halten muss. Gerne erinnere ich mich an unsere „gemeinsame“ Zeit. Sie war interessant, lehrreich und ein Highlight in meiner Amateurlaufbahn als Lichtbildakrobat. Ich war gern ein Teil der Truppe und irgendwie bedaure ich, dass K(l)eingeld nicht mehr existiert. Es ist das „Schicksal“ kreativer Köpfe, dass das Zusammenleben als Gemeinschaft zu oft vom Ego des Eizelnen getragen wird. Gerne erinnere ich mich an dich, denn ich glaube, ich habe nie ein böses Wort von dir gehört.
Mach es gut Dirk und Danke.

Dirk D.
04. 06. 1965 bis 16. 04. 2021
Schritt ins Licht
Mein erster bewusster Gedanke sind ihre grossen runden Augen, die mich hilflos anschauen. Frequenzanalyse nach Fourier. Mittlerweile ein Standardwerkzeug der Messtechnik und deshalb wichtig das zu lesen, was der Bildschirm sagt beziehungsweise nicht sagt. Es folgen andere Begegnungen und sie wird mir erst später mit ihrer Erinnerung helfen, dass es diese Ereignisse gab. Meine Gedanken an sie machen hier und da einen großen Sprung. Nur ein Gedanke, der an ihre sinnlichen Lippen, und ich wollte immer wissen wie es sich anfühlt, sie zu küssen. Es gibt einen gedanklichen Zwischenhalt und in dem steht sie mit ihrem Typen am Fenster und quatscht. Ich habe immer versucht Verlockungen vorzubeugen und eine Barriere aufgebaut. Eine Frau, die meine Tochter sein kann, das ist nichts für mich. Viel zu jung, zu unerfahren und für den Hirsch in der Kiste halte ich mich auch nicht. Irgendwann meinte sie, sie sehe in mir so etwas wie ein Vater. Die Rolle steht mir eher und ich nehme sie an. Ich war an ihr als Modell interessiert und irgendwann waren wir zum Vorgespräch im Restaurant gelandet, später stand sie vor meiner Kamera. Damals war das Atelier Flackerlight noch in einem Bürogebäude am Heizkraftwerk Marzahn zu Hause.
Der Blinde sieht auch in Dunkelheit nichts.
Das Leben stellt sich nicht hin und erzählt bereitwillig, was es mit dir vor hat. Du musst schon einiges bewegen, um es selbst herauszufinden. Wenn Lebenslinien sich entwickeln, dann können sie auch auseinander gehen. Bei den jungen Frauen, die mir als Modell über den Weg laufen, ist es oft der gottgleiche wie auch übermächtige Partner, sich einstellender Nachwuchs und der unbändige Wille, endlich etwas eigenes zu besitzen und ein Haus zu bauen, selbst wenn das Eigenheim noch jahrzehntelang der Bank gehört. Zwar haben wir noch Kontakt, sind gelegentlich auch mal auf Tour, doch der Kontakt wird nicht mehr so intensiv wie vorher. Ein anderer bestimmt ihr Leben. Nur einmal gibt es für ein paar Stunden wieder etwas mehr Nähe statt Distanz. Ich musste sie förmlich zum Treffen zwingen. Ein sonniger Tag, Alt-Marzahn und wir reden über die Ereignisse der letzten Wochen. Wir reden auch darüber, wie es mit mir weitergeht. Sie war eigentlich die einzige, die sich dafür interessiert hat und das, obwohl sie dieses Treffen nicht wirklich wollte. Nach der Zeit folgen recht schnell wieder Monate und Jahre der relativen Stille. Über Absichten geht es nicht hinaus. Kein Wunder, es wird geheiratet und es soll gebaut werden. Das Standardprozedere halt und wer nach der Vernunft lebt, der lässt seinen Geist verkümmern.
Du musst aufhören dich um mich zu sorgen.