204_2018

Hier und deren dort

Hier und deren dort
Nr. 1359
Unikat: Bei Kaufinteresse Größe und Medium bitte erfragen
(c) 2018 Lichtbildprophet

Dann geh doch Backfisch angeln!

Bei der Hitze: Voll Erbsenweich im Schädel! – Jetzt mit Update!!

Bild Online heute so:
Heute 37 Grad – Deutschland trocknet aus!

Ja, das kann man so sagen: Die Dauerbestrahlung der Sonne, dazu die hohen Temperaturen und die eine oder andere kleine Erbse im Gehirnkasten neigt zum Totalversagen. Wenn es dann auch noch keine Extra-Aufmerksamkeit und Süßigkeitenstunde gibt, dann siegt der völlige Wahnsinn. Da kommt die traurige Sommermeldung des Berliner Kurier, dass der Weihnachtsmann einpacken muss, zur absolut richtigen Zeit. Wem soll der Homo digitalis denn noch glauben? Google macht nur noch Werbung statt relevante Suchergebnisse zu liefern, Eff wie Facebook möchte tierisch Freund werden und bekommt es noch nicht einmal gebacken, statt der maschinellen ‚Highlights‘ die zeitlich korrekte Darstellung der Timeline zum Standard zu machen. Und jetzt ist der Weihnachtsmann des Berliner Studentenwerks alle. Fehlt bloß noch, dass der Osterhase auch ein Fake ist. Da erstaunt es mich nicht, dass die Qualitätsmedien erst jetzt feststellen: In Berliner U-Bahnen gibt es keine Klimaanlagen! Boah, in S-Bahnen und einigen Trams auch nicht! Wahnsinn, oder? Die Redakteure scheinen nur Rikscha oder Taxi zu fahren. Wohl deshalb wird zum Beweis, es handelt sich wirklich um richtig heißes Sommerwetter, ein Ei im überhitzten Auto gebraten. Ohne diesen genie-behafteten Test würde ich aktuell nie auf den Gedanken gekommen, dass es zur Zeit ziemlich heiß ist.

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203_2018

Davon Laufend

Davon Laufend
Nr. 1330
Unikat: Bei Kaufinteresse Größe und Medium bitte erfragen
(c) 2018 Lichtbildprophet

Bequeme Menschen bedienen sich bequemer Quellen des Lernens und wundern sich, dass sie das Thema nicht verstanden haben. Wo beim Lehrenden nur wenig Wissen ist, kann der Lernende nicht erwarten, das ganze Wissen für sich abzuschöpfen.

Berlin stinkt – An allen Ecken und Enden

Berliner Kurier – Online – 31. Juli 2018:

Zitat: Abkehr von der Hauptstadt Berlin, wir müssen reden!

Und weiter:

Zitat: Woran liegt es bloß, dass nicht alle Bewohner der tollsten Stadt der Welt gerne in unserem Berlin leben? Und warum sind die Menschen, die in Provinznestern wie Hamburg, Frankfurt, Köln oder Düsseldorf wohnen, so viel zufriedener? Wie berichtet, leben 70 Prozent der Berliner gerne in ihrer Stadt. 30 Prozent dagegen aber wären lieber dauerhaft woanders, ergab eine Forsa-Umfrage.

Seit 55 Jahren lebe ich in dieser Stadt. Und ja, sie hat viel zu bieten, in jedweder Form. Doch mehr und mehr verliert diese Stadt den Boden unter den Füßen. Berlin ist laut, stinkt und an Arroganz kaum zu übertreffen. Wann habe ich zum letzten Mal einen Straßenfeger gesehen? Wann einen Polizist auf Streife? Bahnhöfe stinken nach Pisse, der auf der Straße liegende Müll ist das Laub unserer Zeit. Es werden auf billige Weise Wohnungen gebaut, die ich für viel Geld mieten muss. Vor ein oder zwei Uhr kommt diese Stadt nicht mehr zur Ruhe. Es ist immer Lärm zu hören und niemand schiebt dem ein Riegel vor.

Stattdessen wird von Gentrifizierung und dem Einzug des Geldes gesprochen. Fahr mal S-Bahn in Berlin. Das ist seit Jahren ein einziges Drama: Gruppenkuscheln bei jedem Wetter, nix von einer Armlänge Abstand. Das Reinigen oder gar Reparieren der Waggons muss einhundert und mehr Jahre her sein. Die BVG zieht so langsam mit: Wozu gibt es Pictogramme an jeder Tür, wenn die rollenden Viehställe vom Kunden doch zur Imbissbude umfunktioniert werden. Warum machen die Betreiber nicht von ihrem Hausrecht Gebrauch? Unter dem Deckmantel der Toleranz hat sich die Mehrheit dem Spleen des ach so individuellen Einzelnen unterzuordnen. Wer das nicht möchte, der soll sein Wohl im Six Pack-Eigenheim im Speckgürtel der Großstadt suchen und dort unglücklich werden.

Berlin hat die Kontrolle über sich selbst verloren. Toleranz, Freiheit und geschlechtsneutrale Gleichheit: Wir reden alle und alles ins Koma. Bei all diesen Fantasien wird eines vergessen: Es bedarf Regeln, damit das Leben in einer Metropole auch funktionieren kann. Ich höre nur die Forderung nach Rechten, über Pflichten mag keiner reden wollen. Und alle machen, weil ja ach so kühl und abgedreht, mit. Um ein Recht genießen zu können, bedarf es der Erfüllung seiner Pflicht. Anders formuliert: Erst die Arbeit und dann das Vergnügen. Berlin hat lang genug Party gemacht und von seiner Substanz gelebt. Erst ist die tollste Stadt der Welt wieder auf Spur zu bringen, dann darf – im Rahmen – weitergefeiert werden.

Und wer diskutieren will, der geht nach Brandenburg oder Meck-Pomm. Das ist viel Land und wenig Leute, die man mit seinen kruden Gutmensch-Theorien nicht langweilen muss.

Bilderserie: Menschen in der Großstadt – (M)Eine fotografische Sicht auf meine Hauptstadt

202_2018

Fort Tanzend

Fort Tanzend
Nr. 1372
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Er kam, sah und log.
Weil man es heute so macht.