Mgarret an Lichtbildprophet: ‚Vor dem Treffen rufen Sie mich an‘

Zu Befehl Mgarret Margaret, anrufen!

Ähm, muss ich mir als Mann diesen Kommandoton einer unbekannten Nacht-Sexsüchtigen gefallen lassen? Also das ist doch bestimmt nicht politisch korrekt. Des Weiteren setzt dieses Weibsbild voraus, dass ich klug bin und ihre Hinweise verstehe. Ich habe nur Angst vor dem Monster, fühle mich total sexuell belästigt und in meiner Ehre als männliche Weichflöte verletzt. Auf der einen Seite kann das Luder so reflektiert auf die Bedürfnisse der armen Hotelangestellten eingehen, ich soll ihr aber auf der Stelle den Liebesdiener in der Badewanne mimen. Damit komm ich ja überhaupt nicht klar und muss erst einmal meinen Psychologen konsultieren und die Selbsthilfegruppe ‚Sexuell geschändete Männer‘ aufsuchen!

Zitat Anfang
Hallo! Ich heiße Margaret. Ich möchte einen Mann für eine Nacht kennenlernen. Aus persönlichen Gründen in Ihrer Stadt geblieben.
Dürfen wir uns abends treffen und zusammen essen? Ich werde in meinem Brief nicht viel sagen. Ich möchte Ihnen keine Unannehmlichkeiten bereiten.
Ich schreibe Ihnen im Hotel einen Brief von der Rezeption. Ich würde gerne in dem Brief reden. Leider möchte ich das Hotelpersonal nicht stören.
Daher habe ich mich auf der Website registriert. Dies ist eine Seite, auf der Menschen einen Partner für Nacht und Sex finden können. Dort können Sie meine offenen Fotos sehen. Ich habe ein paar Fotos gepostet, nachdem ich ein Bad genommen habe. Es gefällt dir.
Wenn Sie Lust haben, können wir zusammen ein Bad nehmen und vieles mehr. Ich würde gerne das Hotelzimmer zeigen, in dem ich wohne. Das Hotel hat so ein luxuriöses Badezimmer.
Ich denke, du bist ein kluger Mann und du verstehst meine Hinweise. Grüße, Margaret.

Zitat Ende

Pyramidion

Schlusstein!
Der Stein ganz oben, der letzte Stein.
Offensichtlich ist ein oder das Ende erreicht?

Entgegen der ‚Tradition‘ sind einige meiner BetrachtSteine vorderseitig signiert und ich lese auf ‚Erde, Himmel, Licht‚ das Jahr 2014. Seiner Realisierung gingen Monate des Grübelns voraus. Noch heute kann ich mich gut daran erinnern, wie ich im Hochsommer in der Villa Schaf saß, die Sofortbilder zerlegte und auf diese Kacheln zog, die eigentlich als ‚Müll‘ in der Entsorgung landen sollten. Doch ihre matte Oberfläche schienen mir wie für den Emulsionslift gemacht. Für den Primer griff ich kurzerhand auf Holzleim zurück. Fertig war die Laube! Durch die Villa Schaf und ihre Massen an ausgemusterten Holz traf ich auf Claire von Frameworks. Sie faßte die drei BetrachtSteine. Noch heute bin ich von dieser Arbeit angetan, die seit 2016 einen neuen Besitzer hat.

Kürzlich wühlte ich in meiner Asservatenkammer und mir fiel die letzte, noch nicht benutzte Kachel in die Hände. Die Villa Schaf ist seit ein paar Jahren auch Geschichte, nach der großen Auf- und Ausräumaktion wurde sie abgegeben. Hin und wieder mag ich das Gärtnern, aber eine Laube sanieren und das Land nach den gestrengen Regeln des Kleingartengesetzes bewirtschaften ist nicht mein Ding. Seit dem Vertreiben des Hodgkin Lymphom fehlt mir ohnehin die Kraft und Ausdauer, den Blümchen und Karotten beim Wachsen zuzusehen. Es ist also mit keinem Nachschub an derangierten keramischen Trägern mit mattierter Oberfläche zu rechnen.

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089_2019

the erotic side of the photographic depressionism
Der Versuch
Nr. 1778
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Baryt-Fotopapier
(c) 2019 Ronald Puhle a.k.a. Lichtbildprophet

Auffällig bei den Model-Singsang-Kuppelshows ist, dass die Teilnehmer vorher die Spielregeln kennen, das Spiel beginnen, merken es läuft nicht nach ihrem Willen und schon haben wir ein heulendes Mobbingopfer im Vorabend-Programm!