Bodyvision: Lithuanian Nudes – Matthias Reuss

Der heute von mir vorgestellte Bildband ist bereits vor dreißig Jahre erschienen. Er zeigt Arbeiten von zehn litauischen Fotografen und Fotografinnen, alle Arbeiten sind in Schwarzweiß gehalten. Die Auswahl kann nicht vielfältiger sein: Klassischer Akt im Low Key, Outdoor, Indoor, jung, sehr jung und alt, Experimente mit Mehrfachbelichtung bis hin zum angedeuteten Liebesspiel. Was bei allen Künstlern gleich ist und für die getroffene Auswahl in seiner Gesamtheit spricht, ist das Natürliche der dargestellten Menschen aller Altersklassen und die respektvolle Art und Weise der Fotografie überhaupt. Vielleicht entsteht der Eindruck aus der Distanz der drei Jahrzehnte, die dieser Bildband nun mittlerweile alt ist.

Ein Bildband Aktfotografie kommt ohne den Körperkult des klassischen Weibchengepose nicht aus. Da die Auswahl der Fotografen jedoch unterschiedlicher nicht sein kann, geht die gewohnte Zutat des erotischen Bildbands in den restlichen Inszenierungen unter. Diese Abwechslung locker das Gesamtwerk auf und verleitet, im Internet nach mehr zu suchen. Hier und da wird die Suche leider ohne Erfolg gekrönt sein.

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Mein Leben mit Mitsu – Marcel Magis

Wenn ich über das Internet etwas Lobenswertes sagen müßte, dann wäre die reale als auch virtuelle Begegnung mit Marcel Magis eine der wenigen positiven Nutzererfahrungen. Wie es das Leben will, hat die Geschichte kein Happyend: Etwa anderthalb Jahre nach dem Ende meines Kampfes gegen den Krebs muss ich in einem Onlinebeitrag lesen, dass Marcel ein paar Monate vorher verstorben ist. In einem kleinen Beitrag nehme ich Abschied von einem für mich besonderen Menschen. Er war nicht laut, beinahe schüchtern und doch präsent.



„Mein Leben mit Mitsu“ ist kein spektakuläres Enthüllungsbuch heutiger Zeitrechnung mit viel Drama, Trauma und Rache aus gekränkter Eitelkeit. Marcel Magis hatte ein Gespür und wohl auch die Erfahrung für die feinen Details des Lebens: In Berlin saßen wir zusammen im Charlottchen, unweit des Atelier Flackerlight, und philosophierten im Koffeinrausch über das Leben, die Liebe, Enttäuschung, Wahrheit und Lüge. Ich erzählt ihm damals von meinem persönlichen Drama. Er hörte zu und meinte, nachdem ich mich final ausgeheult habe, dass die Liaison meiner Ex-Frau mit ihrem Lover schon länger als nur die eingeräumte kurze Zeit geht. Treffer versunken. Wie ich später erfuhr, hatte er Recht.

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