192_2019

Lebensraum - Menschen in der Grossstadt

Lebensraum (aus dem Zyklus ‚Menschen in der Großstadt‘)
Nr. 2029
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Baryt-Fotopapier
(c) 2019 Makkerrony

Sexworkerin?
Nur der Gutmensch kommt auf die hinterfotzige Idee, Prostitution und ‚Den Broiler machen für Geld‘ derart zu verniedlichen!

Kurzurlaub

Der Spieltrieb geht mir durch!
Leider, denn statt das Sommerwetter zu nutzen und draußen mit der Kamera wild drauf los zu knipsen, verkrümle ich mich lieber ins Atelier. Ich mache das Negativ zum Träger des Positivs und umgekehrt, verschweiße mit Gelatine unsensibilisierten ORWO Lithfilm auf ausgemustertes Tintenstrahl-Druckerpapier. Neulich war ich auf einem alten Bauernhof, habe dort alte Glasscheiben adoptiert. Ich lerne Glasschneiden, um die Platten mit flüssiger Fotoemulsion zu beschichten. Kanten schleifen, ich will mir keinen häßlichen Splitter einfangen.

Was den ORWO FU5 angeht, so liefert der ‚Lith – Selen-Tonung und Bad im Farmerschen Abschwächer‘-Prozess schon visuell Beachtliches. Bezogen auf mein Gusto, was ja nunmal sehr masseninkompatibel ist. Dabei darf der Abschwächer schon etwas stärker sein, wodurch die Verweilzeit im Bad schon recht kurz ist. Doch durch die Intensität und wenig Bewegung entstehen Schlieren, die sich im Bildausdruck hervorragend niederschlagen.

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Hart auf hart

Ich bin ja so ein kühler Extremst-Experimenteller!

Der Vollprofi sieht meine Überheblichkeit sicherlich anders, schließlich beherrscht er allein das Fach. Wenn der Vollprofi seine experimentelle Ader entdeckt, dann geht er richtig kernig zur Sache: Der Könner wechselt vom P-Modus in die manuelle Belichtungssteuerung und klebt sein Kameradisplay ab! Was sind die wahren Profis auf fotocommunity, view und flickr doch mutig.

Ich kann da nicht mithalten, denn ich krepele immer noch auf Film und Handabzügen statt auf teuerstem Tablet oder Ultra HD-TV herum. Mir tut das auch kein bisschen Leid. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal ein Update in meinen Meopta-Vergrößerer einspielen musste und wieviel mich das ganze Zubehör gekostet hat. Mein rückwärts gewandtes Tun ist nachhaltig, denn ich arbeite mit dem, was ein Meister der leidenschaftlichen Langeweile wegschmeißen würde.

Seit Monaten steht ein Karton im Büro meines Betonpalasts. In der einen Schachtel vermutete ich 18 x 24 cm-Fotoplatten. Lesen hilft auch dem Lichtbildprophet ungemein weiter: Es ist Filmmaterial auf Kunststoffträger. Gefühlt würde ich das Material in die sechziger oder siebziger Jahre des vorherigen Jahrhunderts einordnen. Perutz soll 1964 an Agfa gegangen sein, in dem Dreh denke ich auch war das Herstellungsdatum des Perulith-Films. Sieben Blatt bleiben mir. Da ist eine Belichtungsreihe was für weichgespülte Fotomuschis. Das was beim Belichten und Entwickeln schief geht, verkaufe ich als hohe Kunst. Als Stümper und Dilettant kann ich mir so etwas erlauben. Der nächste Schuss sitzt, Pyrogallol ist halt ein sehr gutmütiger Entwickler und bringt diesen gelb-grünlichen Ton ins Negativ. Die PosaNeg-Reihe ist geboren.

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104_2019

Kreuz der Sonne

Kreuz der Sonne
Nr. 1844
Unikat: 18 x 24 cm, Handabzug auf selbstgemachten Fotopapier (Näheres bitte erfragen)
(c) 2019 Makkerrony a.k.a. Lichtbildprophet

Die Selbstdarstellung deutscher Foto-Online-Gemeinschaften:

‚Zeig deine besten Fotos‘
‚Triff nette Foto-Enthusiasten‘

Wie unreflektiert sind die denn drauf?
Es muss heißen:
Willkommen im Club der Besserwisser, Alleskönner und Klugscheisser!

021_2019

Des Anderen Spur

Des Anderen Spur
Nr. 0403
Unikat: Handabzug auf modernem Fotopapier (näheres bitte erfragen)
(c) 2016 Makkerrony a.k.a. Lichtbildprophet

Ich maße mir nicht an die Fragen von Morgen zu stellen, ich verstehe ja noch nicht einmal das Heute!