208_2019

Ich höre Musik

PosaNeg – Ich höre Musik
Nr. 2005
Unikat: Handabzug auf ORWO FU5-Film, 18 x 24 cm
(c) 2019 Makkerrony

Schmettere ich der Weichflöte meine Meinung um ihre Ohren, so ist das Mobbing. Jammert mir die Weichflöte meine Ohren voll, wie unsensibel und ungerecht ich zu ihr bin, nennt sie es konstruktive Kritik.

Notiz an mich: Vita in Ich-Form

Wenn das Leben so richtig Bock auf jemand hat, dann geschehen Dinge, die für den alleswissenden Normalsterblichen nicht normal sind. Eigentlich Mitten im Leben stehend, kommt der schmerzhafte Karzinomtritt gegen das Schienbein. Egal wer entscheidet, es soll einen gewissen Prozentsatz Menschen geben, für die heißt es ‚Du musst weiterleben‘. Komm mal mit diesem Hickhack auf die Schnelle klar. Nix ist mit Empathie und dem ganzen Mimosenunwesen, das Leben kennt keine Kuschelstunde.

Ich frage mich: Wer oder was ist ein EU-Rentner? Holt der seine Kohle immer in Brüssel ab?
Erwerbsunfähigskeit = EU!

Eigentlich wollte ich über diese Vita verbal herfallen. Was soll die Schreiberei in der Dritten Person und dann diese Aussagen? In der Ich-Form ist es nicht nur persönlicher, sondern auch verbindlicher. Was man mit und nach dem Krebs erlebt kann nur nachvollziehen, der es selbst erlebt. Ich darf mir immer anhören: ‚Wie, du hast noch Probleme? Ich dachte nach der Chemotherapie und etwas Zeit ist alles wieder gut‘. Es ist zum Verzweifeln aber wie soll man verstehen wenn man nichts versteht. Also lasse ich es sein über den Autor herzufallen. Ich wirke irgendwie empathisch, dabei wurde mir erst heute Sarkasmus in meinen Worten nachgesagt.

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207_2019

Smombie

Smombie (aus dem Zyklus ‚Menschen in der Großstadt‘)
Nr. 2030
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Baryt-Fotopapier
(c) 2019 Makkerrony

Hausfrau war gestern.
Nichtstun in der Neuzeit-Vita,
rosarot und politisch absolut korrekt gefärbt:
Literaturkritikerin – Spezialgebiet Kinderbücher und Bildbände
Kalenderfotografin bei CALVENDO
TV-Supersternchen – Sparte ‚Ehemann weinerlich-lautstark falten‘

206_2019

Rache ist Gleiches mit Gleichem

Rache ist Gleiches mit Gleichem – First Flush (II)
Nr. 2042
Unikat: Handabzug auf Glas, 18 x 24 cm
(c) 2019 Makkerrony

Das unlesbare Buch hat etwas von einem Blog:
Sprunghaft-subjektive Art einer belegfreien Meinungsmache,
zu viel Aggression im heilbringenden Lösungsansatz.

Menschen in der Großstadt – Ein neuer Anlauf

Ich befrage das Datenorakel: Wie sehen andere ‚Fotografen‘ Menschen in einer Großstadt. Google spuckt in der Bildersuche Standardsoße mit Photoshoparoma aus, die Dynamik emulieren soll.

Menschen in der Großstadt werden von einer unsichtbaren Kraftmacht getrieben. Alles ist in Bewegung. Fast alles ist in Bewegung. Nur die Touristen schleichen sich, stehen dem getriebenen Großstadthektiker immer im Weg. Für meine Serie ‚Menschen in der Großstadt‚ sehe ich mich auch als Fotograf in Bewegung. Was ich mit der Kamera einfange, ist unscharf. Muss unscharf sein. Bestmöglich ist alles nur schemenhaft zu erkennen. Reizstoff für die eigene Fantasie. Ja, so wollte ich diese Serie anlegen. Die Kamera ist eine Nikon F70 mit aufgeschnalltem B.I.G. Holga HL-Objektiv.

Der Fotoserie gebe ich im Sommer den Vorzug. Menschen, weibliche Menschen und ihre Ausstrahlung. Ich bin halt Mann.

Nur einmal ziehe ich am Neujahrsmorgen los und lichte aus der Hüfte die Überbleibsel einer Nacht ab. Die Kamera soll nicht zielorientiert das Motiv erfassen. Ja, die Goldenen Regeln der Lomografie stehen Pate, auch wenn ich versuche die Belichtungszeit und meine Bewegung so zu synchronisieren, dass nichts Scharfes im Negativ zu sehen ist. Beim Ausbelichten auf Papier vergrößere ich auf kleine (weite) Details, die das fertige Lichtbild schön körnig werden lässt. Selbst ein paar Farbaufnahmen entstehen. Ich müsste aber erst nachsehen, bevor ich mehr zu diesem Exkurs etwas sage.

Zwangspause

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