Er, der keinen Namen hat

Auf ein weiteres Wort zum Sonntag, jeden Samstag neu und ganz unserfarbig:

Medien an.

Heute brächte uns Moses die 1000 Gebote Gottes.
Getrockneter Rillenschleim.

Die wahre Bildungsmisere: Experten bieten nur Lösungen aus ihrer eigenen Blase an. Wo sind die Universalgelehrten, die Lösungsvarianten für unsere komplexen Probleme diskutieren können?

Wortakrobaten.
Phrasendrescher.
Speichellecker.
Mörderische Höhentrainingsmaske.
Intimbekleidung.

Alle die tollen Ideen zur Errettung der Tiere, der Umwelt, des Klimas, der Beendigung aller Kriege und der uneingeschränkten Wertschätzung jedes einzelnen Menschen sind nur ein Bruchteil des Teufelskreises, in dem sich die Menschheit befindet und nach Herzenslust gegenseitig ignoriert.

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Das war es dann mit 2025

Alle 2025 verschossenen Filme sind abgezogen. Zwischen überlagerten Fotomaterialien habe ich ein paar alte, noch nicht katalogisierte Sofortbilder gefunden. Eines trägt auf der Rückseite die Jahresangabe 2010, ein anderes 2011. Zeit ist so leicht flüchtig. Durch die aktuelle Modellflaute dachte ich anfänglich, nur ein paar hundert Aufnahmen auf Papier bringen zu können. Doch die Perle und ich können uns zu ein paar Fototouren aufraffen. Am Ende werden es dann doch über 1300 Bilder, die ich dieses Jahr geschaffen habe. Erstaunlich, wie das Gefühl widerrechtlich über das Wissen triumphiert.

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Ein Buch von Seite 99 bis 111

Ich schreibe gerade ein Buch. Schreiben ist etwas übertrieben, denn ich weiss nicht, ob ich je ein Wort zu dem Buch beitragen werde. Das Buch, es handelt über ein Abschnitt in meinem Leben. Kleiner Abschnitt. Es geht um einen Neuanfang, sich wiederfinden und weitermachen ohne stehen zu bleiben. Nach der „Schock-Diagnose“. Die Diagnose Krebs ist für mich kein Überraschungsmoment, keine Schock-Diagnose. Trotz „Heilung“ ist Krebs für mich Realität, ist Teil meines Alltags. Deshalb kann das Buch nicht mit der Seite 1 beginnen oder ein Vorwort haben. Genauso wenig wird dieses Buch ein Ende haben, geschweige denn einen Epilog. Das Gute ist vergänglich, trotzdem geht das nicht.

Ich lasse Willkür walten, weil ich es in freien Gedanken als Bild- und Worthandwerker kann. Das Buch ohne viel Worte beginnt bei Seite 99 und findet sein Ende in der Seite 111. Nun denkt der Fantasielose an dreizehn Seiten. Ein Buch mit dreizehn Seiten, wer will so etwas haben, wo doch auch wenig Worte zu lesen sind? Zu groß ist eure Verallgemeinerung. Ich sage nicht, dass nur dreizehn Seiten sind. Das Buch von Seite 99 bis 111 hat mehr Seiten als Verstand und Vernunft erahnen lassen. Die Fantasie, sie schreibt mehr Seiten und tut sie einfach zwischen die anderen Seiten. Und doch bleibt es bei Seite 99 bis 111.

Schon vor Wochen habe ich begonnen das Anfang und Ende des Buches zu schreiben. Auf meine Weise. Die Seiten lagen lange herum, mir fehlte das Weiter im Kopf. Ich denke gerade positiv. Für mich. Es fühlt sich so sinnlos an. Über das Dazwischen waren keine Gedanken frei. Ich dachte, es wird nicht viel sein. Corona, Pandemie, Lockdown, eine weite Anreise und jeder hat seine Geheimnisse. Es könnte alles ganz anders sein als es den Anschein hat. Mein Kopf, er tat ihr Unrecht und hat vieles aussortiert was überhaupt nicht aussortiert gehört. Wir haben uns oft, wenn nicht sogar viel gesehen. Es ist genug, wenn nicht sogar vieles da, was ich auf dreizehn Seiten und mehr ihr zeigen kann. Mein Kopf und ich, wir sind gleiche Seelen in ungleichen Welten.

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Schlusswort 2020

Bevor das Jahr Winke Winke macht, musste ich mein 3D Rendering-Thema zum Abschluss bringen. Es war mir ein inneres Bedürfnis das zu tun. Ich möchte nichts in ein neues Jahr rüber retten, was irgendwie nach Ballast riecht. War am Anfang noch so eine gewisse Begeisterung für das Thema und die Idee da, merkte ich mit jedem Beitrag, dass das Thema 3D nicht mehr mein Ding ist. Dann sollte ich wirklich damit aufhören. Loslassen, trotz Schwermut und den vielen positiven Erinnerungen. Diese 3D Rendering-Szene hat sich so verändert, dass ich mir wie ein Dinosaurier vorkomme, der nur von den scheinbar guten Erinnerungen lebt. Ende im Gelände.

Mich beschleicht das Gefühl, als sehen Teile meines Umfelds den Lockdown als das Ende der Welt. Klarer Fall, die tagtäglichen Statistiken inklusive dubioser Ampeln lassen nur eines zu: Noch ein Schritt weiter und es geht nur noch abwärts. Bevor jetzt der Eindruck entsteht, ich sei ein Coronaleugner und damit einem Neonazi quasi gleichgestellt, den muss ich bitterböse enttäuschen. Ich sehe durchaus eine Gefahr, nur gibt es keinen Anlass gleich das ganze Leben unter der Knute Alltagsmaske zu verdammen. Das letzte Jahr war für mich derart kreativ, was vor allem an der freien Zeiteinteilung und meinem kleinen Freiraum Atelier liegt. Es geht, vieles geht, wenn auch mit Vorsicht, doch ich muss es nur wollen und tun.

Gegenüber dem ersten Lockdown bin ich froh, dass es jetzt zunehmend kritische Stimmen in die Berichterstattung der Qualitätsmedien schaffen. Corona-COVID-19 hat eine höhere Sterblichkeitsrate, bringt aber auch unser (Gesundheits-)System an die Grenzen der Machbarkeit. Und letztgenannter Aspekt ist der Grund für das Muss zum rigiden Handeln. Auf der anderen Seite wächst die Dummheit exponentiell an. So wird von einem Verantwortungstragenden behauptet, dass Corona eine Erkrankung alter Menschen und Bildungsbenachteiligte ist. Das erinnert mich an eine „strutzelstraffe“ russische Bürgerwehr im Wodkarausch, die Corona ausschliesslich mit asiatischen Genen in Verbindung bringt. Ein Fressfeind arbeitet seit Dezember auf einer Corona-Station und was er aus dem Alltag dort erzählt, es ist nicht „schön“ und betrifft alle Altersgruppen.

Einmal tief durchatmen, der Mensch das Vernunftstier.

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Meine Bilder des Jahres 2020

Schenke ich dem Bilder-Browser Glauben, dann hat sich 2020 mein Archiv um 1000 Arbeiten vergrößert. Unterwerfe ich mich dem knallharten Wettbewerbsgedanken, dann suche ich hier und heute mein Lichtbild des Jahres 2020, das Fundstück des Jahres 2020 und das Gekleckse des Jahres 2020.

Lichtbild des Jahres 2020
Sicherlich kann Sie mir genau sagen, wann diese Aufnahme entstand plus ein paar Details mehr. Ich weiss für mich, dass ich an der Feinjustage der Pose sass und Sie sich einen Spaß daraus macht, meine „Anweisung“ etwas zu übertreiben. Das Spiel wiederholte sich im Laufe dieses Shootings. In einem Moment, als Sie mit ihren Augen und einem frechen Blick in meine Richtung blickt, entstand der Schnellschuss. Rebellisch Ding das, aber eine in meinen Augen sehr authentische Aufnahme. Deshalb habe ich ihr einen Upcycling-Bilderrahmen von Frameworks Berlin spendiert. Jetzt steht das Bild in meinem Büro und ich darf mich jedesmal daran erfreuen. Status: Solange ich mich an diesen einzigartigen Moment positiv erinnern kann, ist es unverkäuflich.

Neckerei

Neckerei
Nr. 2807
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier, gerahmt
(c) 2020 Makkerrony

Fundstück des Jahres 2020
Sie zeigt Interesse an meinen Fundstücken und ich fühle mich motiviert, das Thema aus dem Dornröschenschlaf zu holen. Meinen Fokus lege ich auf Filmmaterial, dass ich in meinem Belichter vergrößern kann. Dabei fällt mir diese Aufnahme eines unbekannten Fotografen in die Hände. Ich bin von der Imperfektion und dennoch großen Wirkung beeindruckt, ja fast neidisch. Deshalb bekommt auch dieser einen Bilderrahmen aus der Rahmen-Manufaktur Frameworks Berlin. Status: Unverkäuflich.

Schattenmensch

Schattenmensch
Nr. f_0247
Fotopapier: Vephota, 13 x 18 cm, Lithprint
(c) Unbekannter Fotograf, Handabzug 2020 Makkerrony

Informationen zur Urheberschaft und dem Projekt Fundstücke

Gekleckse des Jahres 2020
Hier wird es schwierig. Teils sind 2020 viele Arbeiten in sehr emotionalen Phasen entstanden, auf der anderen Seite war gelegentlich die Farbe noch gar nicht richtig trocken und ich bin bereits das Bild los. Nach langem Überlegen habe ich mich für die Arbeit Dreizehn entschieden. Es ist eigentlich eine Collage aus „Resten“ der Arbeit No. 2894 und dem Abzug einer weiblichen Scham, der den Tick zu lange im Lithentwickler lag. Die Arbeit verbindet quasi zwei Modelle in einem einzigen Bild, was es so wohl nie geben wird. Status: Es hängt in meinem Schlafzimmer und ich muss immer innerlich grinsen, wenn ich an den Gedanken beide Modelle in einem Bild denke.

Dreizehn

Dreizehn
Nr. 2940
Unikat: Collage und abstrakte Malerei, A3, gerahmt
(c) 2020 Makkerrony