Wie, Regeln?

Man möchte, dass die Menschen in den Ländern ihre ’sozialen Kontakte‘ einschränken.
Muss ich jetzt wirklich meinen Facebook-Account löschen?

Schließlich greifen einige Länder zum Mittel der ‚Ausgangssperre‘. Wer also noch soziale Kontakte pflegt, darf sich nicht mit denen treffen. Damit die Facebooklosen überhaupt noch was vom Leben haben, stehen sie am Fenster und Klatschen in die Luft. Der Deutsche ist da anders gestrickt und viel pragmatischer: Er feiert Corona-Parties!

Es ist erstaunlich, wie schnell sich die hochgelobte europäische Demokratie in eine Art Diktatur verwandelt. Ja, ich sehe die Ausgangssperre als ein bewährtes Druckmittel der Diktatur.

Dass die Menschen sich nicht an die politisch gewünschten Regeln halten ist doch völlig normal. Regeln sind old school, aus einer vergangenen Zeit und heute nicht mehr politisch korrekt. Jeder hat seine Rechte und wenn etwas zu unternehmen ist, dann sollen es gefälligst die anderen tun. Kommt man mit der Pflichtkeule, dann diskutieren wir solange, bis die letzte gültige Regel wie ein Keks in heißer Schokolade aufgeweicht ist. Und jetzt möchte die Politik ernstgenommen, deren Worte respektiert, be- und geachtet werden? Was für ein Quatsch!

Unsere Bundeskanzlerin hat sich gestern ausgerechnet bei denen bedankt, die in unserer Gesellschaft nur noch den Tritt in den Hintern kassieren dürfen. Verkäuferinnen und Kassiererinnen: Moderne Sklaverei und ein Hunger-Mindestlohn, der den Zweitjob zur Pflicht macht. Hauptsache der Kunde hat es schön billig und im Überfluss. Ärzte und Pflegekräfte: Vor ein paar Monaten sollten noch Betten abgebaut werden, weil Deutschland überversorgt ist. Verfehlte Lobbyarbeit der Pharmaindustrie und ein befürchteter Black out der medizinischen Versorgung a la China und Wuhan, die mit Mitteln der Demokratie nicht so einfach beherrschbar sind. Also schickt man ein Land, fast ganz Europa schlafen. Was für ein Wahnsinn. Der Dank wird medial aufgeblasen zu den Helden des Alltags, Corona-Helden und Helden unserer Zeit. Das ihr euch für eure Verlogenheit nicht schämt! Es wird die Krise noch nicht vorbei sein, da habt ihr eure Helden gefressen!

Berlin’s Regierender Bürgermeister droht mit Ausgangssperre. Seine hauptstädtischen Schäfchen machen nicht das, was man ihnen sagt. Happenings in den Parks, Corona-Parties, Friede, Freude und getanzte Eierkuchen. Die sojasäugenden Übermütter schicken Lasse-Marie und Birthe-Gregor auf den Spielplatz, weil man ja seine verwöhnte Brut nicht Dauerbespaßen kann. Wie sieht es mit Selbstbeschäftigung aus? Man muss auch nicht fast volljährige Fressfeinde pampern. Die können sich auch allein beschäftigen. Beim Kiffen und Vögeln fragen sie ja auch nicht die Mutti.

Das passt alles nicht zusammen. Ich warte auf die nicht persönlich zu nehmende Forderung des Homo digitalis, dass man auch wegen der vielen Rentner auf kranke, alte und ganzganzalte Menschen verzichten kann. Also Corona wüten lassen und das nicht mehr so hart arbeitende Restvolk aussterben lassen. Wie die Dinosaurier. Die waren ja auch zu blöd sich den Aschewolken und der fehlenden Sonne anzupassen. Folglich war das Aussterben die einzig logische Konsoquenz. Insofern der Homo digitalis über Logik verfügt. Er ist ja eher so ein Junkie auf Stream und Flatrate.

Gutmensch Homo digitalis jammernd: ‚Ich habe erhöhte Temperatur. Ich glaub, ich habe Corolla.‘
Ronaldo: ‚Oh, wie hoch ist deine Körpertemperatur denn?‘
Gutmensch Homo digitalis: ‚Heute Morgen war sie 36 Grad. Jetzt am Abend sind es schon 36,5 Grad.‘

Eine Gesellschaft kann nur mit Regeln funktionieren. Habe ich mal so gelernt und das macht irgendwie Sinn. Jedenfalls in meinem Weltbild. Im Auto drehen sich die Räder ja auch nach dem Takt des Motors. Dann kamen eines Tages die vielen Gutmenschen und erklärten alles für fast hinfällig. Jetzt darf jeder sein und die nächste Generation bestimmt bereits ab der Pampersgruppe, wo es lang geht. Und nur weil es irgendwelchen Klugscheissern zu anstrengend ist und Zeit kostet der nächsten Generation dringest beizubiegen, kann ich nicht darauf verzichten Rechten und Pflichten zu erwähnen. Jeder muss sich als ein Teil der Gemeinschaft sehen. Stattdessen laufen da draußen Horden bildungsbenachteiligter Egoisten herum, die sich für unverwundbar halten. Und wenn was ist, dann sollen es Pflegekräfte richten und genügend Klopapier da sein.

Gedanken zu einem Heiligenschein

Alles ist Corolla.
Sorry, Corona = Heiligenschein oder auch Königswürde.
Ich kann mich dem nicht entziehen.
Ich muss zum Teil des Szenario werden, weil es andere so wollen.
Leider.
Ich mag nicht, denn irgendetwas gefällt mir an der Sache nicht.
Überall dort, wo Ignoranz und Dummheit vorherrscht, grasiert dieser Virus.
Überall dort, wo Menschen zusammenkommen, grasiert dieser Virus.
Der Virus wird überwiegend zu Hause in Quarantäne behandelt.
Alle sind erpicht ihre Landesgrenzen zu schließen.
Isolation.
Der Virus ist Europa oder greift nur asiatische Gene an.
Wir grenzen andere Menschen aus, stempeln sie ab.
Für den Bessermenschen sollten Corona-Infizierte ein gelbes Rechteck auf der Jacke tragen, damit man sie endlich erkennt.
Es wird primär mit absoluten, nicht mit relativen Zahlen und Vergleichen operiert.
Es werden Ängste provoziert.
Der ganze administrative Mist hat noch gar nicht begonnen und schon sehnt sich eine verwöhnte Masse auf Dauerbespaßung nach ihrer Normalität zurück.
Warum wird keine Chance in der aktuellen Situation gesehen?
Wir haben keinen Raum mehr für andere, menschliche Gedanken.
Ich haue mal ein paar Gedanken dazu – fortlaufend aktualisiert – raus, einfach so ausgeschrieben, ohne den Gedanken an politische Korrektheit:

„Gedanken zu einem Heiligenschein“ weiterlesen

Pläne für den Haufen, einmal rüber bitte!

In der Bucht ergattere ich eine Packung 13 x 18 cm-Fotopapier von Wephota (nicht Vephota). Chamoisfarbenes Papier. Total old school und damit tierisch Vintage. In erster Linie habe ich im Kopf, darauf meine Negapos zu fotografieren. Der erste Versuch einer Langzeitbelichtung von einer Minute und anschließender Lith-Entwicklung klappt, beim zweiten Mal ziert das Bild grobes Korn, selbst an unbelichteten Stellen. Erst habe ich im Verdacht, dass das Papier zu viel Rotlicht gesehen hat. Ein paar Wochen später, ich ziehe Fundstücke vom Kleinbildfilm auf 13 x 18 cm ab und vergesse, dass es das Wephota-Papier ist, geschieht dasselbe. Ich kapiere jetzt, dass das nichts mit dem roten Licht zu tun hat. Es ist das Papier, dass Altersspuren zeigt. Damit ist klar: Das Wephota-Fotopapier in Chamois stifte ich dem Fundstücke-Projekt und erhoffe mir den einen oder anderen Ausreißer.

Die nächste Planänderung: Eigentlich sollte ich ab dem 26. März 2020 in der Geschäftsstelle meiner Wohnungsgenossenschaft ausstellen. Nach fünf Jahren mal keine Gruppenausstellung. Ich jetzt ganz alleine. Anfang März frage ich nach, ob es dabei bleibt … und man hat mich nicht mehr auf dem Schirm. Ich könnte ab dem 26. März zwar was zeigen, nur ohne Eröffnung und dem ganzen Tamtam.

Na ein Glück, dass ich für die Woche um den 26. März Urlaub geplant und beantragt habe, ihn auch nehmen werde. Dann muss ich mich also nicht um die Bilder, das Rahmen und Hängen derselbigen kümmern. Ich hätte vielleicht stattdessen jetzt Urlaub und könnte mich vor dem Coronavirus im Atelier verstecken. Gewählte Selbstisolation. Wenn ich denn dieses Jahr noch ausstelle, dann soll es – muss es mit Vernissage sein – ab dem 23. Juli 2020 sein. Ich akzeptiere die Planänderung.

Ach ich könnte das imperfekte Wesen Mensch heftigst knuddeln. Wegen der an den Tag gelegten und gepflegten Lieblosigkeit. Geht es um den eigenen Belang, der Lieblosmensch ist vielmehr mit Engagement und Herzblut dabei. Aber so, es geht ja nur um das überkreative Dickerchen und der reagiert sich schon wieder ab.

Kunst, die Preise und ich

Ich tat mich schon immer schwer Preise für meine Arbeiten zu nennen. Nehmen wir Vier Säulen. Da fiel es mir relativ leicht, da der Auftrag aus der Familie kam. Und so forderte ich bei Gefallen ein Burger-Menü, bei Nichtgefallen zwei Burger-Menüs meiner Wahl. Nachdem das Geheimnis um diese Arbeit gelüftet war, wurden mir gleich fünf Burger-Menüs angeboten und das nicht, weil es so schlecht sein soll. Ich gehe davon aus, dass die Begeisterung nicht vorgetäuscht ist, da die Kleckserei an der Wand gelandet ist.

Oder ich nehme Claires Frameworks Berlin. Im Laden und Onlineshop hängen auch Arbeiten von mir aus, vornehmlich Fotografien. Wenn ich sehe, welche Preise dafür aufgerufen werden, dann bekomme ich einen roten Kopf. Bei der einen Rahmung weiß ich, dass der goldfarbene Bilderrahmen wertvoll und etwas besonders ist. Ansonsten drehe ich mich innerlich schamvoll weg. Für mich haben meine Arbeiten nicht diesen Wert, obwohl ich sie wertschätze, die Arbeiten einzigartig sind und es mir beim besten Willen nicht gelingen wird, sie noch einmal so anzufertigen.

Natürlich steckt Zeit, Geld und Arbeit in den Bildern. Doch das kann und will ich nicht benennen. Wenn etwas entsteht, sei es eine Fotografie oder ein gemaltes Bild, dann geht es mir in erster Linie nur um mich. Ich möchte etwas machen, schaffen, mich ablenken und den Kopf frei bekommen. Die Zeiten, dass ein Bild mit ein paar Klicks in sekundenschnelle fertig ist sind glücklicherweise vorbei. Diese Zeit hatte was von Fließbandarbeit, Selbstbetrug und emotionslosem Sondermüll. Heute ist selten eine Arbeit nach einer Ateliersession fertig. Selbst ein einfaches Lichtbild braucht mindestens drei Sitzungen: Aufnahmen, entwickeln und abziehen. Letztgenannter Arbeitsschritt kann sich hinziehen, kommen mir mögliche Varianten des Ausbelichtens in den Kopf. Im Ergebnis kann ein Fotoabzug in meinem aktuellen Lieblingsformat 18 x 24 cm keine zwei bis fünf Euro kosten. Dessen bin ich mir schon bewusst.

In der Bucht bin ich auf der Suche nach alten Negativen. Ich lande bei Antikgabi. Sie haut gerade kiloweise separierte Kontaktabzüge eines gewissen Gert Kreutschmann (1920 – 1988?) heraus und ruft dafür im Sofortkauf fast 30 Euro für 6 x 6 cm Fotopapier auf. Und weil das der Antikgabi noch nicht genug ist, soll ich noch 5 Euro Versand bezahlen. Das ‚Besondere‘ an der Rafforgie: Die abgebildeten Damen sind am ganzen Körper barfuß. Sorry, da sollte Antikgabi einen hochroten Kopf bekommen. Erschwerend für sie kommt hinzu, dass es zumindest im Internet zum Kreutschmann zwar viele Fotos gibt, er ansonsten noch nicht einmal im Halbwissen Wikipedia erwähnt wird und er durchschnittliche Arbeiten abliefert. Aber was rege ich mich auf: Für eine Reproduktion im einfachen Postkartenformat soll ich an einer anderen Stelle der Bucht 13 Euro blechen.

Kommt jetzt der Hinweis mit dem Mitsteigern und günstiger Schießen? Selten so gelacht. Wenn Antikgabi und Konsorten diesen Preis im Sofortkauf haben möchte, dann sind die Versteigerungen schon so gedreht, dass auch das Bietergefecht in der Region des Sofortkaufs endet. Ich bin zwar blöd, aber nicht so blöd um mitzukriegen, dass es keinen edlen Ritter auf einem regenbogenfarbenen Einhorn gibt, der aus purer Lust am Menschen güldenen Feenstaub verteilt.

Wie bewerte ich meine Liebhaberei? Emotional ist es klar: Ich tue es für mich. Wenn jemand daran Gefallen hat und eine Arbeit haben möchte, dann gebe ich gern. Finanziell im Sinne ein Künstlerleben zu finanzieren: Ich habe keine Ahnung. Schaue ich bei anderen Künstlern vorbei, dann wird auf dicke Hose gemacht und letztendlich fehlen dann doch die Eier. Ich hatte mal Interesse an einer Arbeit von JeanneDArtKunst auf etsy. Sie nannte mir eine Preis und meinte, dass ihre Agentin gegen dieses Preisangebot wohl etwas dagegen hätte. Hää? Agentin? Was soll diese Schaumschlägerei? Und wenn das elitäre Künstlerleben so brummt, warum wird dann nach ein paar Monaten abgetaucht? Da hat wohl das Sitzfleisch gefehlt und ist die Geduld auf Reisen gegangen.

Ich wurde an einem Wochenende angeschrieben, dass ein Galerist neue Leute sucht und man denkt an mich. Und weil es nicht die erste Absichtsbekundung in meinem Leben ist, springe ich nicht auf den Euphorieexpress auf und rufe sofort an. Stattdessen mache ich auf kühl und bitte mich doch einfach anzuschreiben, wenn denn Interesse besteht. Nun: Hätte ich mich ab dem Moment nicht vom iMac wegbewegt, ich wäre verdurstet und verhungert. Wenn ich für jede Interessenbekundung, sei es die Kollaboration oder Modellanfragen, einen Euro kassiert hätte, ich hätte damit mehr als mit meinem Bilderverkauf eingenommen.

Ich streiche lieber die Eurozeichen aus meinem Kopf, verzichte auf das berühmt, reich und sexy. Eben weil ich das alles eigentlich auch nur für mich mache.

Schwarzer Peter – UPDATE

Zur Zeit spielen zwei Vollprofis Schwarzer Peter und ich bin zum Zugucken verdonnert.
Hilflos und ausgeliefert!

Ein Spieler ist DHL, sein Gegner der Classic Camera Store. Letztgenannter hat seinen Sitz in 01067 Dresden, Schössergasse 12. Die Angabe könnte wenig später im Text noch wichtig werden.

Der CCS betreibt einen ebay-Store, in dem ich bereits mehrfach abgelaufene Foto- und Filmmaterialien der Marke ORWO erworben habe. Da fällt es mir nicht schwer abgelaufenes ORWO-Filmmaterial für meine 13 x 18-Holzkamera zu erwerben. Statt immer nur NegaPos soll sie auch mal einen richtigen Film sehen. Gesagt getan: Kauf am Sonntag, Versand am Dienstag. Am Donnerstag stellt DHL um 06:50 Uhr fest, dass die Sendung nicht den DHL-Versandbedingungen entspricht. Warum fällt das DHL nicht bei der Annahme der Sendung auf? Sitzen die Versandbedingungsfachkräfte alle hier in Berlin und die Dresdner DHL-Kollegen sind für etwas ganz anderes zuständig?

DHL entscheidet, die nicht bedingungskonforme Sendung wieder nach Dresden zu befördern. Dort kommt sie am Freitag an und wird, laut detailiertem Sendungsverlauf, bei Frau Alisa Savenkov, Rikmani GmbH abgegeben. Am selben Freitag, ich frage beim CCS wegen des Grundes der Rücksendung nach, teilt man mir mit, dass morgen (also Samstag) eine Ersatzlieferung raus geht. Am Samstag bekomme ich eine Mail vom Classic Camera Store mit der Bitte um Klärung, damit das zweite Paket nicht wieder von DHL zurückbefördert wird. Ich hake nach und frage was ich klären soll. Dann die Überraschung: Laut CCS soll die Sendung in der Packstation meines Vertrauens liegen! Das kann nicht sein, war ich kurz vorher an der Packstation und habe eine andere Sendung in Empfang genommen. Läge noch etwas in der Packstation, wird mir das angezeigt. Läge sie in einer anderen Packstation, dann würde mir die App sagen wo.

Was darauf folgt, ist laut Sendungsauskunft der Hinweis vom CCS auf ‚Frau Alisa Savenkov, Rikmani GmbH‘. In meiner Antwort kläre ich auf, dass ich eine Packstation als Anschrift gewählt habe, die Packstationsadresse korrekt ist, da andere Sendungen problemlos ankommen. Und wenn die Packstation voll ist, dann geht die Sendung an eine andere im Radius von 3 Kilometer.

Ich google ‚Frau Alisa Savenkov, Rikmani GmbH‘ und lande in Dresden, selbe Postleitzahl wie der CCS, Neumarkt 6. Ich teile es Classic Camera Store mit. Der fragt mich, ob ich ‚Frau Alisa Savenkov, Rikmani GmbH‘ kenne? Ich bin am power-verzweifeln. In meiner Antwort verweise ich auf Google, Google Maps und dass sich die Adresse der Rikmani GmbH gleich um die Ecke des Classic Camera Store befindet. Ich hänge sogar einen Google Maps-Screenshot an.

Man teilt mir mit (es ist noch Samstag), dass man auf eigene Kosten nochmals ein Paket an mich losschickt, der CCS alles richtig gemacht hat und hofft, dass die Sendung diesmal ankommt. Ich habe auch alles richtig gemacht, Amazon und andere Ebayer liefern problemlos die favorisierte Packstation an. Der Depp und damit Träger des Schwarzen Peter kann nur DHL sein. Dumm nur, dass ich den nicht in meine Kommunikation einbinden kann. Zum einen dauert es Tage, bis der staatliche Global Player auf Schriftliches reagiert und dann verweist er sowieso nur auf seine kostenpflichtige Warteschleife, an deren Ende mir das gesagt wird, was ich Online in der Sendungsverfolgung lesen kann. Null-Mehrwert-Support einer perfekten Kundenabwehr.

Noch am Samstag wird in der DHL Paket-App eine Sendung der QF-Foto Maerz GmbH Classic-Camera-Store angekündigt. Es folgt der Montag und nichts geschieht. Auch Dienstag gibt es keine Bewegung in der Paket-App. Ich frage bei CCS über die Rücksendung und den Grund der Rücksendung nach. Man teilt mir mit, dass die Rücksendung immer noch nicht angekommen sei. Damit ich aber nicht länger warten muss und weil noch einmal Ware am Lager ist, schickt man sie mir jetzt zu.

Eine Absicht folgt der Absicht, nur Taten wollen nicht folgen!

Am Mittwoch Morgen schaue ich in die DHL Paket-App: Was ich gestern bei Amazon bestellt habe, ist in meiner Region angekommen und bald auf dem Weg zur Packstation. Bei der Sendungsankündigung des Classic Camera Shop tut sich immer noch nichts. Zugegeben, den Classic Camera Store kann ich nicht mit Amazon vergleichen. Doch die Mitarbeiter des Ladens scheinen immer noch nicht geschnallt zu haben, dass es sich bei der Rikmani GmbH in Dresden um das Cafe & Galerie Rikmani keine 300 Meter (Neumarkt 6 in 01067 Dresden) entfernt handeln könnte und dass da, einem fähigen DHL-Versandtechniker sei Dank, die Rücksendung zur Abholung bereit liegen könnte oder sogar muss. Und da das DHL-Transportgenie offenbar des Schreibens nicht mächtig ist, gibt es auch keine Benachrichtigung an den CCS. Oder man hat sie bekommen und keinen Bock sich auf den Weg zu machen. Lieber fragt man mich, ob ich Frau Alisa Savenkov, Rikmani GmbH kenne? Vielleicht ist alles auch ganz anders und man möchte mich gepflegt über den Löffel ziehen. Ich kann mir ja auch ein Bahnticket holen, nach Dresden fahren, die Rücksendung von Rikmani zum Classic Camera Store tragen, dort meine noch nicht abgeschickte Nachsendung im Empfang nehmen und einen übelriechenden Furz lassen.

Hallo!
Hakt und/oder hackt es?
Was ist das Problem eine Warensendung, kaum größer als eine mittelprächtige Pralinenverpackung, ordentlich einzupacken, vernünftig an eine blecherne Packstation zu adressieren, aufzugeben und anzunehmen, dann von Dresden nach Berlin zu transportieren?

Wenn in der simplen Prozesskette jemand seinen Job nicht liebt, dann soll er das Fach wechseln. Oder lieber gleich ganz auf Vollzeithartzer machen. Stattdessen wird mir mit der an den Tag gelegten Lieblosigkeit wertvolle Lebenszeit gestohlen!

Update 1.0
Bis Mittwoch Nachmittag rührt sich nichts. Weder schubst die DHL Paket-App die ‚elektronisch angekündigte Sendung‘ einen Balken weiter, noch kommt eine neue Sendung der QF-Foto Maerz GmbH Classic-Camera-STORE hinzu. Dafür liegt eine andere Sendung, gestern bei Amazon bestellt, heute in meiner Lieblings-Packstation zur Abholung bereit. Es geht, man muss nur mit Liebe an die Sache herangehen.
Ich schreibe den Classic Camera Store an, bitte um ein Update. Gleichzeitig schildere ich noch einmal den Werdegang, die Schuldfrage und erwähne den potentiellen Ablageort der Rücksendung in der Galerie Rikmani, Neumarkt 6 in Dresden. Ich kann auch nicht verheimlichen, dass mein Geduldsfaden überstrapaziert ist und ich im nächsten Schritt die Klärung der Angelegenheit ebay überlassen werde.
Eine Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Man habe heute die Sendung noch einmal mit DHL auf dem Weg gebracht.
Schön und doch habe ich ein ungutes Gefühl.

Update 1.1
Donnerstag Morgen ist die am Samstag, ich buchstabiere S A M S T A G, elektronisch angekündigte Sendung in der DHL-App einen Balken weiter gerückt. Jetzt soll die Sendung in Ottendorf-Okrilla bearbeitet und in die Region des Empfängers weitertransportiert werden. Voraussichtliche Zustellung: Der heutige Tag!
Letztgenannte Aussage betrachte ich als Propaganda. Genauso kann ich die Verzögerungstaktik des Classic Camera Store nicht verstehen. Entweder herrscht bei den wirklich so viel Chaos wie in Google-Rezensionen beschrieben oder man hat sich in Sachen Kundenabwehr perfekt perfektioniert.

Update 1.2
Es ist Freitag. Früh, ganz früh und die DHL Paket-App sagt, dass die Sendung in der Region des Empfängers angekommen ist. Au Backe, jetzt schlägt die Stunde der DHL-Versandbedingungsversteher. Was wird geschehen? Darf der Transportingenieur die Sendung in seinen Wagen laden? Hat er Bock die Sendung heute zur Packstation zu fahren? Ist ein Fach in der Packstation für mich frei? Wie es weiter geht, dass erfahren Sie – lieber Leser – im nächsten Update der Erfolgsserie ‚Schwarzer Peter – Ronaldo wollte nur einen alten Film kaufen, der von Dresden nach Berlin nur 14 Tage braucht, Dank dem Classic Camera Store und DHL‘.

Update 1.3
WOW, die Sendung ist auf dem Weg zur Packstation! Ich möchte nicht frohlocken, aber heute könnte mein Glückstag sein.

Update 1.4
Halleluja!
Die Sendung liegt in der Packstation zur Abholung bereit und ich habe Abholcode.
Ich bin so leicht zufrieden zu stellen, wirklich.

Update 2.0
Ware da, so wie beschrieben.