Mut zur Wahrheit! Nur welcher Wahrheit?

Ich streife durchs Internet und stoße dabei auf den Hashtag #sterbemmitstreeck. In den nächsten Minuten werde ich mit einem Meinungsbild konfrontiert, welches mich zwingt einen zweiten Beutel Kamille in meinen Tee zu tun. Auch ich hätte lieber heute als morgen die Wahrheit gewusst, aber ich werde sie wohl nie erfahren, weil jeder seine Wahrheit hat. Sie hat ihr, ich habe meine und ihr habt eure Wahrheit. Erstaunlich nur, was für eine Lebenszeitverschwendung hinter dem Mix aus Propaganda, Latrinenparole und Dummfug steckt, wo es bei den Fakten geblieben und Vernunft walten lassen, Zeit für die schönen Dinge des Lebens bliebe. Nach 30 Minuten höre ich auf zu lesen, sonst glaube ich selbst noch an den einen oder anderen Schwachsinn.

Nachfolgend, ich zitiere nur:

„#SterbenmitStreeck ist ein Hashtag, der nicht aus einer Laune heraus entstand oder um jemanden zu mobben. Es ist pure Verzweiflung darüber, dass einem so oft daneben liegenden „Experten“ immernoch zugehört wird, obwohl die Fälle so weit oben sind. Weil er die Toten… … kleinredet, was sich echt nicht gehört. Deswegen kann ich den Hashtag #SterbenmitStreeck so wie er ist gutheißen, denn ich möchte nicht, dass wir noch mehr Fälle bekommen, die Intensivstationen noch mehr überquellen. Menschen ersticken. #HarterLockdownJetzt“

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Resterampe der Gedanken aus 2020

Im letzten Jahr hatte ich am Ende des Jahres viel mehr Gedanken übrig.
Was ist passiert?
Habe ich weniger gedacht?
War mein Kopf im Lockdown?
Oder Shutdown?
Und was ist der Unterschied, ausser das ich allein bleiben soll, wo ich schon allein mit mir bin?
Will man mich entzweien?
Was hat mich vom Denken abgehalten oder gab es nichts, worüber ich nachdenken musste?
Oder war ich das Jahr über nicht so allein und jemand anderes hat für mich gedacht?

Die Flackerlight-Qualitätsoffensive!
Ich male ja nicht nur meine Bilder.
Sie werden auch einem Belastungstest unterzogen:
Hält ein ostdeutsche Betonplatte meiner schweren Kunst stand!

Neulich.
Wollte leise Lautsprecher kaufen.
Hatten sie nicht.
Jetzt suche ich im Internet.

Im Angebot und nur für kurze Zeit
Beziehung mit Null Prozent-Finanzierung
Abschied auf Raten
Angebot einmalig verlängert bis 31. 12. 2020

Ich habe mich für einen Imagewandel hin zum grob böswilligen entschieden.
Anders perlt die Dummheit und mir entgegen gebrachte Ignoranz nicht gut genug ab.

Das Schweigen, die Stille, in Gedanken mit sich und ergründen, was der andere denkt und fühlt, das ist nicht mehr weit verbreitet. Wir denken zu viel, nicht einfach genug. Dabei ist Mensch selbst so einfach gestrickt, er ist gar nicht auf kompliziert aus. Wäre er es, dann würde Mensch nicht jede Kleinigkeit zerreden, er würde handeln.

Ich beginne eine kreative Arbeit ohne zu wissen, wo sie endet.
Letzteres ist mir besonders wichtig.

Da sind die Träume
Wolken rosarot.
Gegenwelt
jeder Gedanke
ein negativer Anstrich.

Ich glaube, Planeten ohne Besatz mit Menschen sind besser dran als unsere Erde.

In diesem Jahr habe ich mir Sie erschaffen.
Das Schöpfen und Schaffen steht mir als Prophet zu.
Damit sind mehrere Sie’s gemeint.
Ich muss mir keine Namen merken.
Alles Sie.
Und ich kann mich nicht verquatschen.
Schlimmstenfalls ist alles nur erfunden.

Ich werde um mein Homeoffice beneidet.
Wenn Sie wüsste.

Bei diesem Corona und der COVID-Diktatur geht es nicht um Zwangsimpfungen und so. Es ist die Alltagsmaske, das Verhüllen des Menschen durch die Hintertür. Auf so etwas kommen nur die Ami’s mit ihren hinterwäldlerischen Moralvorstellungen.

Nachts ist es dunkler als am Tag.

Taugt Strandgut auch als Leergut?

Ich verwende zwar keinen veganen Bio-Kleber der nachhaltig ist, dafür klebt er auch wenn es dunkel ist.

Mein Spruch des Jahres 2020

Taadaaa:

Es ist doch nur ein Stein!

Nun weiss ich, wer das gesagt hat. Und ich weiss, wieviel Empathie in ihr stecken kann. Und sie ist ein Teil meines Universalweibs Sie. Dennoch steckt in diesem einen Satz viel vom aktuellen Zeitgeist:

Was ist in unserer Zeit ein (gebrauchtes) Ding Wert, aussortiert auf einem Schutthaufen, wenn der Mensch den Menschen selbst nur noch als eine Ressource betrachtet?

Mein Eindruck: Wir brauchen den und das andere nur noch, um das eigene Ego zu steigern und/oder um eine Zeit totzuschlagen. Solange uns Ding oder Mensch dienlich ist, ist es willkommen. In unseren Augen etwas Wert. Egal worum es geht. Ob ums liebe Geld, Gefühle und Bedürfnisse, die sichere Absicherung für später, versorgt zu sein oder einfach nur um die eigene Langeweile zu besiegen. Lässt sich der Bedarf anderweitig und besser stillen, dann wird aussortiert. Zurück mit dir auf den Schrotthaufen des Lebens! Entsorge dich, möglichst selbst. Damit muss ich mich nicht auch noch befassen, oder?

Ein Satz, er kann so viel anrichten. Kann vieles bis alles zerstören. Ich nehme mich da nicht aus, denn ich weiss um die Waffe Wort. Im Leben ist es so, dass ich ohne Provokation nicht mehr wahrgenommen werde. Viel zu oft ist der Lärm und das Licht um einen selbst so gross, dass einstige Freunde und Lebensbegleitungen es gar nicht bemerken, wie weit man sich voneinander entfernt und bereits entfernt hat. Ja, es kommt auch kein Wort des Bedauerns. Noch nicht einmal die gespielte Scheinheiligkeit.

Wo ist der gierige Blick für ein Detail?
Wo ist die Neugier?
Wann ist es soweit wieder Mut zu haben ohne zu wissen, wie eine Zukunft aussieht?

Alles was auf der Autobahn Leben nicht gebraucht wird, keinen Sinn ergibt, fliegt einfach aus dem Fenster und ist ganz schnell aus dem letzten Augenwinkel verschwunden. Weit weg. Das Gewissen ist erleichtert, bereit für ein nächsten Stop & Go. Ersatz steht und liegt schon parat. Fast living. Irgendetwas wird sich schon finden, was mehr Bespassung und Vorteil verspricht.

Bei meinem Zeitgeist-Gedanken muss ich an den Internetstar „Jana aus Kassel“ und ihrem persönlichen Vergleich mit Sophie Scholl denken. Nicht weil dieser Vergleich etwas hinkt. Eher sind es die qualifizierten Reaktionen der gefilmten Protagonisten. Da ist der Ordner, der gleich den Holocaust ins Spiel bringt und deshalb seine Ordnertätigkeit beendet. Sophie Scholl hat aber nichts mit der Judenverfolgung im Dritten Reich zu tun. Wirklich nicht. Und dann ist da Jana „Sophie Scholl“ aus Kassel emotionaler Abgang mit Mikrofon Rückwärts-Weitwurf und Heulen auf Kommando. Sie hat eine Meinung und niemand hört ihr zu. Geht mir genauso. Jeder hat seine Meinung, meint sich äußern zu müssen und am Ende reden die Meinungshaber durcheinander. Keiner ist bereit zuzuhören. Es wird halt geredet. Durcheinander. Was muss eigentlich geschehen, dass der Mensch seine Prioritäten überdenkt?

Wenn einen Vergleich, dann bitte mit Heine: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ Und bevor der Gutmensch in den Belehrmodus geht, nein, dieser Spruch hat nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun und ich behaupte damit auch nicht, dass die Schlafschafe oder Covidioten verbrannt gehören. Heines Worte aus seinem Werk Almansor haben etwas von einer Prophezeiung und so etwas ist hier gut aufgehoben. Denn es ist doch nur …

Meine Bilder des Jahres 2020

Schenke ich dem Bilder-Browser Glauben, dann hat sich 2020 mein Archiv um 1000 Arbeiten vergrößert. Unterwerfe ich mich dem knallharten Wettbewerbsgedanken, dann suche ich hier und heute mein Lichtbild des Jahres 2020, das Fundstück des Jahres 2020 und das Gekleckse des Jahres 2020.

Lichtbild des Jahres 2020
Sicherlich kann Sie mir genau sagen, wann diese Aufnahme entstand plus ein paar Details mehr. Ich weiss für mich, dass ich an der Feinjustage der Pose sass und Sie sich einen Spaß daraus macht, meine „Anweisung“ etwas zu übertreiben. Das Spiel wiederholte sich im Laufe dieses Shootings. In einem Moment, als Sie mit ihren Augen und einem frechen Blick in meine Richtung blickt, entstand der Schnellschuss. Rebellisch Ding das, aber eine in meinen Augen sehr authentische Aufnahme. Deshalb habe ich ihr einen Upcycling-Bilderrahmen von Frameworks Berlin spendiert. Jetzt steht das Bild in meinem Büro und ich darf mich jedesmal daran erfreuen. Status: Solange ich mich an diesen einzigartigen Moment positiv erinnern kann, ist es unverkäuflich.

Neckerei

Neckerei
Nr. 2807
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier, gerahmt
(c) 2020 Makkerrony

Fundstück des Jahres 2020
Sie zeigt Interesse an meinen Fundstücken und ich fühle mich motiviert, das Thema aus dem Dornröschenschlaf zu holen. Meinen Fokus lege ich auf Filmmaterial, dass ich in meinem Belichter vergrößern kann. Dabei fällt mir diese Aufnahme eines unbekannten Fotografen in die Hände. Ich bin von der Imperfektion und dennoch großen Wirkung beeindruckt, ja fast neidisch. Deshalb bekommt auch dieser einen Bilderrahmen aus der Rahmen-Manufaktur Frameworks Berlin. Status: Unverkäuflich.

Schattenmensch

Schattenmensch
Nr. f_0247
Fotopapier: Vephota, 13 x 18 cm, Lithprint
(c) Unbekannter Fotograf, Handabzug 2020 Makkerrony

Informationen zur Urheberschaft und dem Projekt Fundstücke

Gekleckse des Jahres 2020
Hier wird es schwierig. Teils sind 2020 viele Arbeiten in sehr emotionalen Phasen entstanden, auf der anderen Seite war gelegentlich die Farbe noch gar nicht richtig trocken und ich bin bereits das Bild los. Nach langem Überlegen habe ich mich für die Arbeit Dreizehn entschieden. Es ist eigentlich eine Collage aus „Resten“ der Arbeit No. 2894 und dem Abzug einer weiblichen Scham, der den Tick zu lange im Lithentwickler lag. Die Arbeit verbindet quasi zwei Modelle in einem einzigen Bild, was es so wohl nie geben wird. Status: Es hängt in meinem Schlafzimmer und ich muss immer innerlich grinsen, wenn ich an den Gedanken beide Modelle in einem Bild denke.

Dreizehn

Dreizehn
Nr. 2940
Unikat: Collage und abstrakte Malerei, A3, gerahmt
(c) 2020 Makkerrony

Ein Bild zur Dummheit des Menschen

Mit ebay bin ich nicht so dicke. Mich zieht es eher nach Amazon. Nicht um Mister Bezos Reichtum zu mehren, vielmehr ist die Angebotspalette einfach unanständig geil. Wenn man auf der Suche nach dem anderen ist, dann ist Amazonien meine erste Wahl. Die Bucht lohnt sich für mich nur, wenn ich altes Fotopapier, vorzugsweise von ORWO, jagen möchte. Oder ich bin voll auf Männershopping und muss mir eine analoge Kamera kaufen, die ich unbedingt haben will aber nie benutzen werde.

Fotopapier. Der Homo digitalis kann damit gar nichts anfangen. Es beschwerte sich mal jemand bei mir, dass man das alte DDR-Zeugs namens ORWO-Fotopapier so schlecht bedrucken kann. Ja, das Leben ist grausam. Zu mir, nicht zu denen, die fotochemisches Papier bedrucken wollen. Woher soll der Homo digitalis wissen, dass Fotos früher etwas anders gemacht worden sind als es heute der Fall ist. Es ist schon lobenswert, dass der digitale Neuzeitmensch noch den Tintenstrahldrucker kennt. Die Grausamkeit mir gegenüber besteht allein darin, dass aufgrund der menschlichen Überheblichkeit die Bildungslücke zum alten Wissen und modernem Halbwissen immer größer wird.

Die Beschwerdeführerin habe ich in Sachen fotochemisches Papier aufgeklärt. Nach ihrer Aussage sollte davon noch etwas da sein. Sie wolle mal schauen. Dann könnte ich das zum Bedrucken ungeeignete ORWO-Fotopapier ja haben und damit meine stylischen Abzüge machen. Ich warte noch heute. Auch das kann ich. Warten. Auf andere.

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