Skizzenbuch – Das Erste und weg

Als kunstinteressiertes Überwesen weiß man, dass sich der Bildschaffende mittels Skizzen einem Werk genähert hat. Heute, im Husch-Wisch – Zeitalter der flinken Finger und kostenlosen Apps, hat man solch antiquierte Arbeitsweise nicht nötig. Das geht mit ein paar Fingertipps, noch zwei volle Silikon-Möpse zeigen, viel Filter, noch mehr Farbe und schon kriegen sich die Solosex-Praktiker nicht mehr ein. Was will ich da mit einem Skizzenbuch? Auch noch als semi-berufener Lichtbildner?

Notizen machen!

Für den Quatsch nutze ich mein Tablet. Da tippe ich hinein, was ich gleich eben wieder vergessen könnte. Vorausgesetzt, ich vergesse es nicht mir etwas Wichtiges zu notieren oder mir in der Hektik einer Dunkelkammerschlacht die Zeit fehlt, mir eine Notiz zu machen. Oder ich bin einfach zu faul zum Notizen.

Durch die Spielerei in der Dunkelkammer entstehen Abzüge, die erst noch aufgewertet werden müssen. Oder sie, die Abzüge, müssen noch eine Weile liegen, damit ich eine Beziehung dazu aufbauen kann. Manchmal fällt mir auch nichts ein, was ich mit dem temporären Schrott oder Abfall noch anstellen könnte. Im Laufe der letzten Jahre habe ich es mir angewöhnt, den Zwischenschritt-Bildern als auch mir persönlich Zeit zu geben. Das war nach der Chemo-Therapie schwer, stand ich doch unter dem Eindruck, womöglich nur noch wenig Zeit zu haben. Entsprechend verkrampft und kompliziert war meine Rückkehr in die kreative Rolle.

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Zwei neue Fotografische Rezepte erschienen: Scannen von Fotos, Drucken und Negativen

In Vorbereitung unserer ersten Ausstellung ‚Zeit?‘ ergaben sich Fragen zum Scannen von Fotografien und gedruckten Bildern. In den beiden anschließenden Treffen haben wir uns mit ein paar Grundlagen und den Basiseinstellungen vertraut gemacht. Ein paar der gestellten Fragen sind in diesem Rezept noch einmal beantwortet. (Link direkt zu diesem Fotografischen Rezept)

Auch wenn es kein direktes Thema war: Vorsorglich greife ich das Thema ‚Scannen von Negativen‘ auf. Es vertieft das Fotografische Rezept Nr. 11 und gibt ergänzende Hinweise zum Scannen der kleinen Filmabschnitte vom Roll- oder Kleinbildfilm. (Link direkt zu diesem Fotografischen Rezept)

Link zur Seite mit den Fotografischen Rezepten!

Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!

Schokoriegel

‚Ey Alter, was soll die Nazi-Typ Nummer?‘

Ja, so herzlich und liebevoll werde ich gerne begrüßt. Vor allem, wenn wir uns ein paar Wochen zuvor nicht gesehen haben.

‚Wovon sprichst du‘ erwidere ich.
‚Na von dem Nazi-Bild in deinem Blog!‘

Ihre Stimme wird immer lauter, meine Verwirrung nimmt immer mehr zu. Sie verschwindet nach oben, in ‚ihr‘ Zimmer. Vorsichtig trabe ich die Treppen nach oben. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, als könne zur Abwehr meiner Person ein Gegenstand heruntergeflogen kommen. Soviel zum Thema Gewalt in einer Beziehung.

‚Hier. Komm her. Ist das dein Blog? Und ist das ein Nazi!‘

‚Wenn mich nicht alles täuscht, dann ist das ein SA-Mann in seiner Uniform. Vor einem weißen Tuch posend. Lächerlich, oder?‘

‚Das ist ein Nazi. Ein Faschistenschwein.‘

‚So würde ich es nicht nennen wollen.‘

‚Was bist du denn für einer? Wählen wir jetzt AfD, Alter? Und mit so etwas habe ich geschlafen.‘

Jetzt wird es langsam persönlich.

Es gibt Menschen, die Alles und Nichts miteinander verbinden können.

Es gibt Menschen, die haben mich vor ihr gewarnt. Wegen ihrer impulsiven Art und Ader. Und dem Altersunterschied. Das brauche ich, quasi als Koffeinersatz. Und was eine Heidi Klum kann, also mit einem Boy im Altersunterschied als sei es ihr erstes Kind eine Beziehung führen, kann ich als Mann erst Recht.

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Alice im Wunderland

Ich oute mich hier und heute als Fan von … Mist, ich habe seinen Namen vergessen!

Ich weiß, er hat bei ‚Alice im Wunderland‘ mitgespielt. Und bei diesen Piratenfilmen den Jack Sparrow oder so gemimt. Aber die Filmreihe gefällt mir nicht.

Ich meine Johnny Depp.

Dummerweise hat mir wieder die mangelhafte Merkfähigkeit des Ex-Chemobrain einen Strich durch die Rechnung gemacht, weshalb ich für einen Augenblick vergessen habe, welchen Charakterkopf ich gut finde. Als Schauspieler. Ich halte die Kombination Depp-Burton für ein sehr surreales, nahezu kongeniales Gespann der aktuellen Filmlandschaft. Es darf in unserer Zeit ruhig öfter diesen Mix aus Genie und Charakterwahnsinn geben. Bitte nichts übertrieben Tuntiges, wie Jack Sparrow. Das geht gar nicht. Nicht diese Ed Sheeran-Heuler oder Justin Bieber-Lutscher. Mann soll Mann und kein weichgespülter Schwuli sein, auch wenn es die Gutmensch-‚political correctness‘ so gerne sehen mag.

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Vergiß den historischen Zusammenhang nicht

So ein daher gelaufener fotografischer Halbgott meint zu mir, ich solle meine Fundstücke vergrößern. Derart klein im Kontakt kopiert, ist es für das Genie viel zu anstrengend, sich die historischen Miniaturen anzusehen. Man könne ja diese Bilder gar nicht richtig genießen. Es ist immer wieder beeindruckend, wie es dem Unwissenden gelingt, seine Blödheit unter Beweis zu stellen. Den Blick stocksteif auf die moderne Fotografie fixiert, gesteht sich der Spinner Ratschläge zu, die völlig daneben sind. Etwas mehr Sinn fürs Historische und er hätte sich den Kommentar sparen können.

Gehe ich davon aus, dass die Jahre um 1840 als das Erfindungsjahrzehnt der Fotografie gelten, hat es etwa bis Anfang des 20. Jahrhundert (also ab 1900) gedauert, bis ein Objektiv patentiert wurde, welches sich auch für den Vergrößerungsprozess eignet. Es fehlen jetzt nur noch geeignete Lichtquellen. Bis dahin und noch weit darüber hinaus werden Aufnahmen auf Glasplatte und später auf Zelluloid als Filmträger angefertigt, davon im Kontaktverfahren Abzüge erstellt. Das heißt: Wer große Abzüge haben möchte, der muss dementsprechend große Negative anfertigen. Heute reden wir von der Großformatfotografie. Selbst das deutlich kleinere Mittelformat (zum Beispiel 6 x 6 oder 6 x 9 cm) liefert am Anfang seines Aufkommens ausschließlich Negative für Kontaktkopien. Sowohl auf Glas als auch auf Zelluloid.

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