Pain Gain – Pain Gain

Ich wage ein Experiment: Das Erstlingswerk Pain Gain von Pain Gain klingt via Streaming hörbar, jedoch digital schlecht. In der Regel ist das identische Werk von Vinyl abgespielt, um Längen besser. Außerdem wollen die 8% Rabatt meines Musikexpress-Abo bei JPC genutzt werden. Hinzukommen zwei Aspekte: Laut Label, aufgeschnappt bei RollingStone-Online, handelt es sich bei Pain Gain um eine australische Supergroup. Der Musikexpress bringt in seiner Rezension Celine Dion ins Spiel. Letztgenanntes kann ich nicht bestätigen: Celine jammert und schreit und ich zitiere aus einer alten Tarzanverfilmung, als Tarzan im Radio eine Opernsängerin singen hört: Frau krank.

Wer den in meinen Ohren gelungensten Titel des Albums als Anspieltipp hören möchte, nimmt das letzte Lied Dead Dog Dream. Damit möchte ich nicht sagen, dass es mit den anderen Titel abwärts geht. Ich lehne mich aus dem Fenster und behaupte, mit etwas mehr Talent und Risiko beim Abmischen, dazu etwas Konfetti und Glitzer ins Klangbild, hat die Scheibe Potential. Gut, es ist Dream Pop und wer möchte beim Träumen, Kuscheln und Knutschen durch Konfetti & Co. gestört werden. Und was mein Experiment betrifft: Von Vinyl genossen ist Pain Gain besser, wären da nicht die kleinen akustischen Ausreisser.

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Nostalgia – Hania Rani

Ich bin gerne auf der Suche nach neuen Stimmen und neuer Musik. Wer mich kennt, der weiß, dass das Neue schon etwas Besonderes an sich haben muss. Das Besondere muß nicht die Unverkennbarkeit oder ein breites kreatives Spektrum sein. Die Einzigartigkeit kann für mich auch allein in der Ruhe einer Stimme und der Musik liegen. Kein Schreien, kein Gequietsche oder andere Geräusche, die meinen Tinnitus auf 180 bringen

Meine persönliche Entdeckung der Stille des Jahres ist Hania Rani, die ich über eine Ólafur Arnalds Playlist und dem Titel „Whispering House“ von Rani’s Album „Ghosts“ gefunden habe. Dieses Album „Ghosts“ hätte es eigentlich genauso verdient, hier im Überschwang von mir gelobt zu werden. Ich entscheide mich für „Nostalgia“, einem Live-Album der polnischen Künstlerin Hania Rani.

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Das erotische Lichtbild

Von welch noblen Geist ist Mensch getragen, wenn er sich in die Untiefen des sittlichen Zerfalls begibt und der restlichen Menschheit wissenschaftlich glaubhaft macht, was gut und was böse für seine schwache Seele ist. Eine kleine Anzahl Menschen nimmt Höllenqualen auf sich und errettet die restliche Welt. Nein, es geht nicht um Jesus oder Donald Trump. Über diese beiden Seelenretter stehen andere, viel unscheinbarere und mittlerweile verstorbene Zeitgenossen. Es sind die Herausgeber des Ergänzungsbandes „Die Erotik in der Photographie – Die sexualbezügliche Bedeutung der intimen Photographie und die Beziehungen des erotischen Lichtbildes zur Psychopathie Sexualis“. Was für ein Deutsch.

Was macht den Unterschied zwischen guter und böser Nacktfotografie? Keine Ahnung? Zu allererst natürlich fortschrittlichste Technik und dann deren perfekte Beherrschung. Mag der Fotograf sein Modell, welches aus dem näheren Umfeld stammt, er mit seinen Augen ausziehen, die gute Erotikfotografie nimmt sich in dem intimen Punkt absolut zurück und bewahrt Contenance. Deshalb wird in dem vorgestellten Buch über jedes gezeigte Bildwerk ein fachmännisches Urteil gefällt, was für den Menschen gut und was ganz schlecht ist. Zur letzten Kategorie gehören, so mein persönlicher Eindruck, ausnahmslos französische Schmuddelbildchen für den internationalen Verkauf.

Sarkasmusmodus aus.

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Die erste Kamera der Kindheit

Die Biografien großartiger Freizeitfotografen beginnen immer mit dem ersten Kontakt zu einer Kamera. Waren es früher der Opa, Vater oder der liebe Onkel, der seine ausrangierte Knipskiste weitergab, könnte in zukünftigen Selbstdarstellungen Amazon und die Greenkinder Sofortbildkamera stehen. Lese ich die Liste der Dinge, die diese Wunderkamera alles kann, dann ersetzt sie Foto- und Videokamera, Drucker, Computer und MP3-Player. Der ganze Spielespaß soll am Ende nicht mehr als aktuell 32 Euro kosten. Es riecht verdammt nach Chinaschrott, wären da nicht ein paar interessante Bilder in sozialen Netzwerken, die an das klassische Instax mini-Format erinnern. Ich kaufe mir die Greenkinder Sofortbildkamera und frage schonmal im bekannten Kindeskreis nach, wer diese Kamera nach meinen Probeaufnahmen haben möchte.

Mich interessiert eigentlich nur die Digitalkamera und der interne Drucker. Letztgenannter könnte auch ein Thermodrucker an der Bezahlkasse im ALDI, EDEKA, Lidl & Co. sein, der mir den verpflichtenden Kassenbon ausdruckt. In der Kamerabeschreibung ist überschwänglich von der tintenfreien Sofortbildkamera die Rede. Im Gegensatz zur echten Sofortbildkamera wird die Aufnahme digital aufgezeichnet, auf einer kleinen SD-Karte gesichert und dann auf den Kassenbondrucker ausgegeben. In den Einstellungen der eierlegenden Wollmilchsau-Kamera lässt sich die Qualität der Ausdrucke einstellen. Das Druckpapier gibt etwa einen Meter Fotos aus, wobei ein Bild die Größe von ca. 8 x 5 cm hat. Das ist klein und hat mich schon damals an der Sinnhaftigkeit der instax mini-Sofortbildkamera zweifeln lassen.

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Spaces – Nils Frahm

„Musik muss laut sein“ wurde mir vor fast zwanzig Jahren gesagt. Damals begleitete ich die Berliner Band K(l)eingeld mit der Kamera. Es entstanden eine Reihe guter Aufnahmen, weshalb mir die Zeit absolut positiv in Erinnerung bleibt. Nur mit dem Muss und Lautsein komme ich bis heute nicht klar. Laute Musik erzeugt Schmerzen und macht selbst die schönste Musik kaputt. Ich hasse es, wenn Menschen im Alkoholrausch die Musikanlage aufdrehen und dazu noch lauthals mitlallen. Musik braucht eine gewisse Lautstärke, aber körperliche und seelische Schäden sollte ich beim Hören von Musik nicht davon tragen.

Meine musikalische Verbindung zu Nils Frahm stellte sich über „Coming Home by Sven Vaeth“ her, welches am Ende „Says“ von Nils Frahm enthält. Dieser Titel stach so aus dem Rest von „Coming Home“ heraus, dass es in meinem Gehörgang hängen blieb. Ein Model gab mir den Hinweis, wer der Künstler hinter dem Instrumentalstück ist. Der Kreis ist fast geschlossen: Irgendwann spiele ich „Says“ im Atelier, die Perle ist anwesend, die Stimmung passt und der Titel zu unserem Lied. Ich lege mir „Spaces“ in Vinyl zu, es folgen bald weitere Platten mit Nils Frahm.

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