
Brüllen
Nr. 2560
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2020 Makkerrony
Ich bin es gewohnt, das was ich sage und meine auch beweisen zu müssen.
die tägliche dosis bild – garantiert menschgemacht

Brüllen
Nr. 2560
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2020 Makkerrony
Ich bin es gewohnt, das was ich sage und meine auch beweisen zu müssen.
Die Qualitätsmedien zerren und zotteln solange an einem Thema herum, bis alle Welt meint, dass es wirklich Relevanz besitzt und Entscheidungsträger sich genötigt fühlen, nach dem Willen des wahrheitsverpflichteten Gutmensch-Jounalismus zu entscheiden. Meinungsmache als Fertiggericht: Alu-Deckel ab und rein in die Mikrowelle. Da bleiben kritische Betrachtungen und andere Meinungen wie das Selberkochen oder eine „Hygiene-Demo“ auf der Strecke. Es wird eher beiläufig über das geschrieben, was der besorgte Bessermensch als krude und abwegig bezeichnet. Corona-Spinner eben!
Moment, das Schema kenne ich doch. Alles was meinungsmäßig nicht auf der Linie einer angenommenen politischen Mitte liegt ist rechts, ein böser Nazi. Die politische Landschaft befindet sich derzeit in einer komatösen Schockstarre und es scheint nur noch eine Partei mit ihrer Schwesterpartei zu geben. Mag sein, dass die vorgetragenen Gedanken demonstrierender Menschen in einer Zeit der Kontaktbeschränkung für den gut informierten Wutbürger absurd erscheinen, doch beide Seiten haben das gleiche Recht gehört zu werden. Im Moment kann niemand sagen, wer Recht hat und wer nicht. Zuviel ändert sich jeden Tag, werden neue Erkenntnisse laut und bisherige Meinungen obsolet. Für mich haben beide Seiten einfach nur Angst und sie äußern sie in ihrer jeweiligen Ideologie.
Diese ganz Krise hat mir gezeigt, wie schnell sich ein System, dass sich vor dem Tag X, genannt „Shutdown“, als zutiefst demokratisch und offen gibt, seine Werte grob fahrlässig über den Haufen wirft. Ich habe Zweifel, dass die in der Corona-Krise einmal gewährten Sonderrechte am Ende vollständig zurückgenommen werden. Nach 9/11 nahm man sich, nur zu unserer Sicherheit versteht sich, Dinge heraus, die ein Jahrzehnt davor Grund genug waren, uneinnehmbare Stasi-Burgen zu stürmen. Der Mensch gewöhnt sich, wohl wegen seiner geliebten Bequemlichkeit wegen, zu schnell an alles und vergißt, wie es vor den dringend zu ergreifenden Maßnahmen war. In dem Punkt ist der Vergleich zur NS-Zeit erlaubt: Die spätere Machtergreifung fusst auf einer freien Wahl! Das macht mir Angst.
Alles begann mit einem Baum-Foto, abgestorben und am Wegrand stehend. Ich diskutierte mit dem Fotografen über eine andere Perspektive. Ein paar Monate später fuhr ich nach Maichingen und machte meine Fotos von diesem Baum. Digital, was ich bis heute sehr bedaure. Denn trotz mehrerer Absichtserklärungen meinerseits habe ich es nicht hinbekommen, mich noch einmal auf den Weg zu machen. Mittlerweile könnte, weil Jahre her, der tote Baum Geschichte sein.

Für eine Ausstellung ließ ich den Baum in Schwarzweiß auf Leinwand drucken. Roswitha Skowasch, sie hielt die Eröffnungsrede auf der Vernissage, meinte zu mir, dass für sie dieser Baum sinnbildlich für meine Person steht. Ich kann damit bis heute nichts Richtiges anfangen. Irgendwie habe ich den Bezug zum Alter verloren und kann mittlerweile den dritten Geburt-Tag begehen.

Nah und doch fern
Nr. 2559
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
(c) 2020 Makkerrony
Darf man in Zeiten der Kontaktbeschränkung den Denunzianten einen verkappten Nazi nennen?

Mehrzahl Chaos
Nr. 2563
Unikat: 18 x 24 cm ORWO Fotopapier
Status: Arbeit verkauft
(c) 2020 Makkerrony
Alles ist neu, fühlt sich anders an und es macht mir keine Angst.