Der Neue Fotografische Depressionismus

Was dem Jonathan Meese die Diktatur der Kunst, ist dem Makkerrony sein Fotografischer Depressionismus. Die KI’s dieser Erde tun sich noch schwer, die provokante Stilrichtung wider dem digitalen Bilderwahn als vollwertige Kunstrichtung zu akzeptieren. Aber genau deswegen, der Dummheit des digitalen Unwesens, ist der Fotografische Depressionismus zum Siegen verdammt: Ihr digitalen Banausen, ihr irrt euch gewaltig! Der Fotografische Depressionismus ist und bleibt garantiert menschgemacht.

Alles begann mit einem Selbstbaubelichter und Abzügen im nachttischtauglichem 13 x 18 cm-Format. Unschärfen, zum Einen durch die Bewegung der Kamera bei der Aufnahme entstanden, zum Anderen durch die Projektion des Negativs im DIY Enlarger auf das Fotopapier gebracht, kombiniert mit überlagerten ORWO-Fotopapieren und dem Lith Print, schufen Abzüge ikonischer Anmutung, die nur von den Meisterwerken eines Miroslav Tichy übertroffen werden. Vereinzelt wurden von Makkerrony auch erotische Aufnahmen auf diese Weise zu Papier gebracht. Es begann der langsame, aber stetig abfallende Aufstieg der neuen Fotokunstgattung. Mit der Auflösung des Atelier Flackerlight und der Entsorgung des einzigartigen Selbstbaubelichter, stand der Fotografische Depressionismus vor einem dramatischen Aus.

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Schocktraumatisiert

Nach einer sehr langen Pause in den asozialen Medien, habe ich beschlossen, mein fotografisches Glück in den Online-Gemeinschaften 500px und Fotocommunity zu suchen. Als analogfotografierender Halbgott und Photoalchemist ist mir vollkommen klar, dass ich in dem erlauchten Kreis der digitalen Vollzeitpropheten ein steinzeitlicher Aussätziger bin. Wie hat es mein Ex-Busenkumpel in Worte gefasst: Meine Art zu fotografieren ist zu besonders geworden und trifft nicht die hohen Erwartungen zeigefreudiger Frauen. Ich verstehe seinen Hinweis und doch gab es bisher die eine oder andere junge Dame, die genau diese andere Art der Fotografie von mir wollte. Ein besser motiviertes Fotomodell kann ich mir nicht wünschen. Nur scheinen diese Ausnahmen von der Regel, genauso wie experimentierwütige Analogfotografen wie ich einer bin, auszusterben.

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Warum ich meinen eigenen Stil erfinden musste

Blicke ich zurück in meine Kindheit, da waren die Schinken der Berg- und Tallandschaften, röhrende Hirsche oder das Segelschiff in rauer See. Die Motive waren und sind auch heute noch für mich grauenhaft. Was mich aber an den Meisterwerken aus einer Hinterhof-Massenproduktion fasziniert, ist die unruhige Malweise im Detail und doch das erkennbare Motiv auf Distanz. So grausam kitschig das Motiv auch war und ist, ich konnte mir es trotzdem ansehen. Im Bezug auf solch Wohnzimmer-Meisterwerke sprach Horst Lichter in ‚Bares für Rares‘ von der Stilrichtung des Depressionismus und der Begriff trifft es auf den Kopf: Im biederen Ambiente an die Wand – über der gemütlichen Couch – genagelte Sehnsüchte!

Bei manch moderner, in den sozialen Sammelpunkten hochgelobter Arbeit, schmerzt mich der ebenso kitschige wie klischeebehaftete Inhalt umso mehr. Pseudo HDR, explodierte Farbeimer und eine unerträgliche Schärfe sind nicht nur eine Beleidigung menschlichen Sehens, dieser Schund und Schmutz der Fotografie ist eine regelrechte Vergewaltigung des Betrachters. Ich sehne mich nach der Imperfektion, danach dass der sogenannte Fotograf bereit ist, die brachiale Präzision und nahezu unendlich steile Schärfe aufgibt. Der Vortänzer einer Meisterklasse, ohne selbst Lehre und Lehrbefähigung zu besitzen, soll nicht dem Betrachter möglichst alles vordenken, nur weil dieser keine Zeit zum Sehen und Denken hat. Kunst lebt von Emotionen, die gibt es jedoch nicht als Instantsuppe ohne kochendes Wasser und mit dem Schneebesen aufgeschlagen. Kunst muss Fragen stellen, muss sich deshalb aller möglichen Facetten bedienen.

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Lichtbildprophet’s Prophezeiungen No. 222 – Die totale Sonderausgabe

Und es kam der Tag, da fand Google im gesamten Internet nichts zum Fotodepressionismus. Ich beschloß also, der Welt ein neues Wort, eine neue Schublade und meine neuen – foto-depressionistischen – Bilder zu geben. Von nun an sollte Google zu diesem Begriff finden.