Mein Corona-Tagebuch

Ich versuche mich soweit es geht der Hysterie um die Corona-Krise zu entziehen. Geht natürlich nicht. Denn im Verfolgten- und Verfolgerfeld meiner noch erlaubten virtuellen sozialen Kontakte zieht der Wahnsinn seine Kreise: Homeoffice, Selbstquarantäne, vorbeugende Quarantäne und fehlendes Klopapier. Ganz vorbildliche Influencer führen sogar Tagebuch und ich muss mir quasi per Liveschalte anhören, wie blöd der Mensch sein kann, um in den Zeiten der großen Not witzig herüberzukommen.

Ich kann mich dem Gewissensterror um das #Zuhausebleiben nicht entziehen. Fast jeder Fernsehsender pappt solch einen Spruch auf den Bildschirm und meint nun, etwas Gutes zu tun. Selbst mein Bespaßungssender Nummer Eins 1-2-3 TV verkloppt alles was im Lager rumliegt mit dem Hinweis, dass der Schranz wohl wegen dem da draussen nicht mehr auf Sendung kommen wird.

Auch wenn ich mich wiederhole: Die Mutti hat Deutschland in Tiefschlaf versetzt, damit unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird und wir, die solidarische Gemeinschaft, die Alten und Vorgeschädigte schützen. Nur noch Systemrelevantes darf weitermachen. Also so wichtige Sachen wie Germany Next Top Model, Lets Dance, Deutschland sucht den Superstar, Big Brother und/oder Masked Singers. Das verstehe ich. Allmählich kocht jedoch in den Medien des Gleichklangs ein Gedanke hoch, ob dieser – wie der gebildete Bildungsbürger sagen würde – Shutdown in der Wirkung nicht verheerender ist als die Quarantäne der Corona-Zielgruppen. Bitterböse formuliere ich um: Also lieber Alte und Vorerkrankte isolieren als eine Wirtschaft bewusst gegen den Baum fahren lassen, damit alles bis auf das total wichtige Systemrelevante stehen und zu Hause bleibt.

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Gedanken zum Ausgangsgesperrtwerden – Update

Ausgangssperre klingt hart.
Damit es einen positiven Touch und nicht so bösartig dramatisch klingt, erfindet man die Ausgangsbeschränkungen. Dafür dürfte ich wenigstens Spazierengehen. Oder rumrennen.

Ein Qualitätsmedium zeigt trinkende laute Jugendliche vor einem Spätie in Berlin. Die Psychologin erklärt das Verhalten: Die armen Jugendlichen haben Angst und verstossen deshalb gegen die Regeln. Mhh, in meiner semi-autistischen Welt denke ich: Ein ängstliches Tier zieht sich in seinen Bau zurück oder flieht auf den Baum. Den gefilmten Jugendlichen wurden nie Grenzen aufgezeigt, weil die Erzeugereinheiten selbst sich für elitäre Arschlöcher halten, die über allem stehen.

Glücklicherweise gibt es die zahllosen Corona-Parties und marodierende Horden ängstlicher Jugendlicher vor den Späties, um eine Ausgangssperre zu verhängen. Was muss euer undankbares Volk tun, damit ihr mal so richtig durchgreifen und das Kriegsrecht über Deutschland verhängen könnt? Ermächtigung hat doch auch so einen klangvollen Namen voller Geschichte.

Ist es nicht zu erwarten, mache ich den Kreis potentiell Infizierter stetig grösser, dann auch mehr und mehr echte Infizierte zu finden? Was soll also das Erstaunen über steigende Infektionen? Das ist so ganz normal, Mathematik halt. Mengenlehre.

Um das Corona-Virus einzudämmen, sollten auch das Internet abgeschalten werden! Hier breitet sich der Humbug, Schwachfug und Blödsinn besonders rasant und megaleicht aus.

Wenn heute, egal was, nicht ‚absolut gefährlich‘ oder ‚totale Katastrophe‘ enthält, wird es nicht beachtet. Normal gibt es nicht mehr.

Das Corona-Virus sehe ich als Zeichen, dass der Menschen es einfach übertrieben hat.

Jetzt das Studium in Online-Vorlesungen absolvieren! Theorie und Praxis wortreich ausgemalt, so lernen wir fürs Leben. Der Worte sind genug gewechselt, schaltet bloss schnell das Internet ab oder lasst Corona das Stromnetz befallen.

Diese scheinbeschäftigten Youtuber, Blogger und Influencer sind ja mal jetzt so richtig scheisse dran, wo sie alle auch Homeoffice machen müssen.

Was gegen den Corona-Virus wirklich hilft, verrät BILD Online nur gegen Geld.

Alle müssen social distancing? Muss ich mich selbst auch wegschicken? Sonst ist hier keiner weiter da.

Der Mensch, die Bestie: Der Corona-Virus zeigt, dass blindes Ausgrenzen und Attackieren jeder Zeit möglich ist. Wann kommen die ersten Forderungen Infizierte in Lager zu sperren oder rein prophylaktisch abzuschlachten? Es sind doch sowieso nur alles alte Leute, die an dem Corona Virus sterben.

Statt die Hysterie anzuheizen sollten die Qualitätsmedien die Berichte von vor ein paar Monaten rausholen und abspielen, in denen der drastische Bettenabbau und weitere Sparmassnahmen geforderter wurden. Diese Pfeifenköpfe sollten jetzt die Arbeit in Krankenhäuser machen, ohne Mundschutz und Desinfektion.

Die Gutmenschen von heute haben sonst so eine große Klappe und machen jetzt auf Infektions-Pussies.

Nein, ich bin kein Nazi.
Und auch kein Rechter.

Update
Es soll der, der mich vor einiger Zeit zwingen wollte ein Organ-Ersatzteillager zu sein, mit mehr Kompetenzen ausgestattet werden.

Auch wenn immer wieder betont wird, wie neu dieses Corona-Virus ist, dass es sich rasend schnell verbreitet und Menschen mit Risikofaktoren (dazu zähle ich auch) besonders betroffen sind, so bleibt das Hauptargument, dass das Gesundheitssystem dem Ansturm nicht gewappnet ist. Im Gegenzug gönnt sich das System Gesellschaft diese Apokalypse als Kriegsersatzhandlung, um in einem Zweiten Wirtschaftswunder die Macht des Geldes über den Menschen zelebrieren zu können.

Wegen der unzerstörbar Unbelehrbaren unserer Zeit gehört die Kollektivstrafe oder Sippenverwahrung eingeführt. Wenn das nicht politisch korrekt ist, dann muss die Polizei dazu verdonnert werden, Corona – Partyhengste und Stadtpark-Besetzer solange voll zu quatschen, bis sie in einen vierwöchigen komatösen Tiefschlaf verfallen. Da das Kräfte bindet, sollte die Bundeswehr zur Hilfspolizei befördert werden, um sozialkontaktive Widersacher mit ein paar Runden Sturmbahn zu beschäftigen. Das dürfte die Einschläferrate der nachrückenden Polizei extremst verkürzen.

Singen und Klatschen gegen Corona. Aber mit Abstand, versteht sich.

Ist mit der Corona-Krise die Klimakatastrophe abgewendet, abgesagt oder nur verschoben? Und was macht Greta Thunberg und ihre Klimaprinzessinnen jetzt?

Big Brother is watching you: Handy-Ortung potentiell Infizierter! Und potentiell vorbeugend Quarantänierter! Lasst mich das Gesetz STASI 3.0 nennen!

Was möchte ich eigentlich? Ich meine nichts getan zu haben das es rechtfertigt, in meinem Betonpalast eingesperrt zu werden und im ‚Marzahn-Szenario‘ meine Wasserschildkröte und das Pummelfee-Plüschtier misshandeln muss. Die Verantwortlichen für ein platt gespartes Gesundheitswesen sitzen woanders und spielen sich nun als Retter und Hilfsdiktatoren auf. Unter der von Wissenschaftlern favorisierten Begegnung des Corona-Virus sehe ich halbwegs ein, dass der Umgang beschränkt werden muss. Ich möchte aber das Haus allein verlassen und mich draußen allein, immer einem zwei Meterbogen um Menschen machend, bewegen dürfen. Dabei sollte es egal sein, ob ich spaziere, fotografiere oder in mein Atelier stiefle. Ich möchte, dass die Verantwortlichen sich zur Misere im kaputt gesparten und runter gewirtschafteten Gesundheitssystem bekennen und entschuldigen. Jedem Bundesbürger sollte in dieser (Krisen-)Situation ein bedingungslos-ehrenvolles Grundeinkommen zur Verfügung stehen.

Wie, Regeln?

Man möchte, dass die Menschen in den Ländern ihre ’sozialen Kontakte‘ einschränken.
Muss ich jetzt wirklich meinen Facebook-Account löschen?

Schließlich greifen einige Länder zum Mittel der ‚Ausgangssperre‘. Wer also noch soziale Kontakte pflegt, darf sich nicht mit denen treffen. Damit die Facebooklosen überhaupt noch was vom Leben haben, stehen sie am Fenster und Klatschen in die Luft. Der Deutsche ist da anders gestrickt und viel pragmatischer: Er feiert Corona-Parties!

Es ist erstaunlich, wie schnell sich die hochgelobte europäische Demokratie in eine Art Diktatur verwandelt. Ja, ich sehe die Ausgangssperre als ein bewährtes Druckmittel der Diktatur.

Dass die Menschen sich nicht an die politisch gewünschten Regeln halten ist doch völlig normal. Regeln sind old school, aus einer vergangenen Zeit und heute nicht mehr politisch korrekt. Jeder hat seine Rechte und wenn etwas zu unternehmen ist, dann sollen es gefälligst die anderen tun. Kommt man mit der Pflichtkeule, dann diskutieren wir solange, bis die letzte gültige Regel wie ein Keks in heißer Schokolade aufgeweicht ist. Und jetzt möchte die Politik ernstgenommen, deren Worte respektiert, be- und geachtet werden? Was für ein Quatsch!

Unsere Bundeskanzlerin hat sich gestern ausgerechnet bei denen bedankt, die in unserer Gesellschaft nur noch den Tritt in den Hintern kassieren dürfen. Verkäuferinnen und Kassiererinnen: Moderne Sklaverei und ein Hunger-Mindestlohn, der den Zweitjob zur Pflicht macht. Hauptsache der Kunde hat es schön billig und im Überfluss. Ärzte und Pflegekräfte: Vor ein paar Monaten sollten noch Betten abgebaut werden, weil Deutschland überversorgt ist. Verfehlte Lobbyarbeit der Pharmaindustrie und ein befürchteter Black out der medizinischen Versorgung a la China und Wuhan, die mit Mitteln der Demokratie nicht so einfach beherrschbar sind. Also schickt man ein Land, fast ganz Europa schlafen. Was für ein Wahnsinn. Der Dank wird medial aufgeblasen zu den Helden des Alltags, Corona-Helden und Helden unserer Zeit. Das ihr euch für eure Verlogenheit nicht schämt! Es wird die Krise noch nicht vorbei sein, da habt ihr eure Helden gefressen!

Berlin’s Regierender Bürgermeister droht mit Ausgangssperre. Seine hauptstädtischen Schäfchen machen nicht das, was man ihnen sagt. Happenings in den Parks, Corona-Parties, Friede, Freude und getanzte Eierkuchen. Die sojasäugenden Übermütter schicken Lasse-Marie und Birthe-Gregor auf den Spielplatz, weil man ja seine verwöhnte Brut nicht Dauerbespaßen kann. Wie sieht es mit Selbstbeschäftigung aus? Man muss auch nicht fast volljährige Fressfeinde pampern. Die können sich auch allein beschäftigen. Beim Kiffen und Vögeln fragen sie ja auch nicht die Mutti.

Das passt alles nicht zusammen. Ich warte auf die nicht persönlich zu nehmende Forderung des Homo digitalis, dass man auch wegen der vielen Rentner auf kranke, alte und ganzganzalte Menschen verzichten kann. Also Corona wüten lassen und das nicht mehr so hart arbeitende Restvolk aussterben lassen. Wie die Dinosaurier. Die waren ja auch zu blöd sich den Aschewolken und der fehlenden Sonne anzupassen. Folglich war das Aussterben die einzig logische Konsoquenz. Insofern der Homo digitalis über Logik verfügt. Er ist ja eher so ein Junkie auf Stream und Flatrate.

Gutmensch Homo digitalis jammernd: ‚Ich habe erhöhte Temperatur. Ich glaub, ich habe Corolla.‘
Ronaldo: ‚Oh, wie hoch ist deine Körpertemperatur denn?‘
Gutmensch Homo digitalis: ‚Heute Morgen war sie 36 Grad. Jetzt am Abend sind es schon 36,5 Grad.‘

Eine Gesellschaft kann nur mit Regeln funktionieren. Habe ich mal so gelernt und das macht irgendwie Sinn. Jedenfalls in meinem Weltbild. Im Auto drehen sich die Räder ja auch nach dem Takt des Motors. Dann kamen eines Tages die vielen Gutmenschen und erklärten alles für fast hinfällig. Jetzt darf jeder sein und die nächste Generation bestimmt bereits ab der Pampersgruppe, wo es lang geht. Und nur weil es irgendwelchen Klugscheissern zu anstrengend ist und Zeit kostet der nächsten Generation dringest beizubiegen, kann ich nicht darauf verzichten Rechten und Pflichten zu erwähnen. Jeder muss sich als ein Teil der Gemeinschaft sehen. Stattdessen laufen da draußen Horden bildungsbenachteiligter Egoisten herum, die sich für unverwundbar halten. Und wenn was ist, dann sollen es Pflegekräfte richten und genügend Klopapier da sein.

Gedanken zu einem Heiligenschein

Alles ist Corolla.
Sorry, Corona = Heiligenschein oder auch Königswürde.
Ich kann mich dem nicht entziehen.
Ich muss zum Teil des Szenario werden, weil es andere so wollen.
Leider.
Ich mag nicht, denn irgendetwas gefällt mir an der Sache nicht.
Überall dort, wo Ignoranz und Dummheit vorherrscht, grasiert dieser Virus.
Überall dort, wo Menschen zusammenkommen, grasiert dieser Virus.
Der Virus wird überwiegend zu Hause in Quarantäne behandelt.
Alle sind erpicht ihre Landesgrenzen zu schließen.
Isolation.
Der Virus ist Europa oder greift nur asiatische Gene an.
Wir grenzen andere Menschen aus, stempeln sie ab.
Für den Bessermenschen sollten Corona-Infizierte ein gelbes Rechteck auf der Jacke tragen, damit man sie endlich erkennt.
Es wird primär mit absoluten, nicht mit relativen Zahlen und Vergleichen operiert.
Es werden Ängste provoziert.
Der ganze administrative Mist hat noch gar nicht begonnen und schon sehnt sich eine verwöhnte Masse auf Dauerbespaßung nach ihrer Normalität zurück.
Warum wird keine Chance in der aktuellen Situation gesehen?
Wir haben keinen Raum mehr für andere, menschliche Gedanken.
Ich haue mal ein paar Gedanken dazu – fortlaufend aktualisiert – raus, einfach so ausgeschrieben, ohne den Gedanken an politische Korrektheit:

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Große Nackte*

* Geschrieben 2011

Es ist amtlich: Ich zwacke fünf Stunden meines Lebens ab und fahre zu Helmut. Ich meine den Newton, die Stiftung und das Museum für Fotografie!

Polaroids.

In meinem Regal mit selbst gelesenen Büchern steht seine “Pola Woman”. Da ist es quasi ein Muss sich auch “Polaroids” anzutun. Ich mag Newton, weniger die Fashion-Strecke und seine verbogenen Models wegen. Ich mag den Schelm Newton, wie er sich selbst inszeniert oder mit den “perversen” Gedanken des Betrachters spielt.

Acht Euro weniger in der Geldbörse und ich bin drin. Die “Big Nudes” begrüßen mich, doch ich lasse sie erst einmal links liegen. Einblicke in sein Privatleben: Ausweise über Orden bis hin zu seinen Kameras. Absolut analog und kaum etwas von irgendeiner Elektronik zu sehen. Wie kann man nur auf diesem Lo-Fi-Level fotografieren und auch noch eine gewisse Bekanntheit erlangen? Heute wäre so etwas undenkbar!

Roter Teppich. Ich erklimme die “Big Nudes”!

Ich bin nicht der Einzige. Ein Pärchen müht sich ebenfalls des Weges. Sie, offensichtlich schwanger oder einfach nur dick. Er, nicht schwanger und deshalb einfach nur dick. Außerdem baumelt eine Fototasche an ihm herum. Puderrot schauen beide zu den “Big Nudes” auf.

“Siehst du die Dreckspuren von den Schuhen auf dem Hintergrund? Deutlich zu sehen! Und dann die Schatten vom Modell und überhaupt …” echauffiert sich der dicke Kamerataschenträger. “Also ich hätte es weggemacht. Das sieht ja unmöglich aus!”. Beide wälzen sich kopfschüttelnd die letzten Stufen der Treppen hinauf und verschwinden im Ausstellungsraum.

Ich bleibe stehen und schaue trotz übler Nackenschmerzen weiter nach oben auf die “Großen Nackten”. Wann habe ich wieder die Chance, übergroße barfüßige Frauen von soweit unten anzuschauen, ohne dass es gleich missverstanden wird. Es handelt sich hier eindeutig um Kunst, auch wenn es Alice Schwarzer etwas anders sehen mag. Die liebt Frauen und muss berufsmäßig jeden Mann hassen.

Genug gestarrt und auf in die Welt der überdimensionalen “Polaroids”. Am Eingang noch eine Erklärung zum Inhalt, inklusive einem Statement des Meisters. Das Ganze ist daneben noch einmal ins Ausländische übersetzt. Wie ein Sprung vom Seitenrand des Schwimmbeckens tauche ich mit dem Öffnen der Tür ab und möchte ab jetzt einfach nur ungestört schauen.

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