Tod des Dialogs

Manchmal kommt es mir vor, als hätte ich bereits schon einmal so gesprochen. Ein verbales Déjà-vu sozusagen. Ich denke da weniger, dass ich mich ständig wiederhole. Eher zeigen mir diese wiederkehrenden Gedanken, dass die menschliche Dummheit nicht wirklich am Aussterben ist.

Naiver Mädchentraum in den Qualitätsmedien: „Ich möchte in einer schönen Zukunft leben …“ sprach die Klimaprinzessin in die Fernsehkamera.

Nachtigall, ich seh‘ dir strapsen.

Die Schnepfen sind am Aussterben. Also ich kenne noch genug.

Das Internet ist der Ort der Behauptung, die Geburtsstätte der latenten Gutgläubigkeit und der Nährboden für die Rückbesinnung des Menschen zu den Wurzeln seiner Evolutionsgeschichte.

Sehe und höre ich den Christian Giese im TV, muss ich immer an Benny von der Olsenbande denken.

Der Duden hält die Klappe oder wandert ins Altpapier.

Tierschutzlogik: Bevor ich ein Tier schützen möchte, muss ich es erst einmal fangen.

Im Auftrag des Staates darf die Polizei Gewalt gegen die Bürger einsetzen.

Ich trage immer ein Stück Holz mit mir herum. Es könnte die nächste Sprosse einer Leiter sein, der fussbreit längere Steg oder die Verlängerung meiner Hand, die dich vor dem Absturz rettet.

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Montags-Einstiegs-Gedanken

Ich suche etwas.
Entweder habe ich es beim Aufräumen so verlegt, dass ich es nicht wiederfinde.
Oder ich habe es verliehen und man hat es mir nicht zurückgegeben.
Beides ist möglich und ärgerlich.
Ich weiß aber, daß ich es hatte.
Weil, ich habe es ja auch gekauft.

Ich komme mir zur Zeit wie ein Anhänger eines Weltuntergangs-Szenario vor.
Jeden Morgen wache ich auf um festzustellen, dass Gott*In über Nacht nicht den Schlüssel umgedreht und den einen Schalter umgelegt hat.
Warum auch immer Gott*In es trotz Ankündigung nicht tat.
Ich verliere langsam die Geduld und suche mir eine andere endgültige Katastrophe.
Nichts ist ohne Ende.

Im Moment plane ich mein virtuelles Leben eine Woche im Voraus.
Dabei fühle ich mich schon wie ein Visionär, ein Zukunftsplaner.
Denn weiß ich was morgen ist?
Vielleicht gibt es Ausgangsbeschränkungen auch im Internet, weil ein Experte COVID-Aerosole in Lichtwellenleiter entdeckt hat.
Licht aus.
Knallhart-Lockdown.

Ich habe den ultimativen Pandemie-Syndrom-Schnelltest erfunden.
Im Gegensatz zum Corona-Schnelltest ist mein Schnelltest zu 100 % sicher.
Drücke mit dem gestreckten Zeigefinger gegen deine Schläfe.
Links oder rechts ist völlig egal.
Bleibt dein Finger schon bei geringem Druck in der Schläfe stecken, dann bist du gar.
Dein Gehirn ist Matsch, weicht gekocht.
Geh zum Hausarzt und lass dich zur Notschlachtung freigeben.

Ich finde es politisch absolut inkorrekt, dass lesbische Frauen Spargel schälen müssen.
Wobei „lesbische Frau“ vielleicht auch nicht so ganz korrekt ist.
Sprachlich meine ich.
Oder sind lesbische Männer der Gendertheorie nach mittlerweile möglich?
Ich finde nur streng hetero-lebende Menschen und schwule Männer sollten Spargel schälen.

Der Homo Digitalis – Ein Versuch seiner Spezifizierung

Vorwort
Ich bin um eine wikipediamäßig-wissenschaftliche Beschreibung des von mir wortkreierten Homo digitalis (deutsch: Der digitale Gutmensch oder Der vernetzte Gutmensch) gebeten worden. Den Text stelle ich natürlich gerne als open source zur Verfügung, um so für die rasche Verbreitung der wörtlichen Neuschöpfung beizutragen. Dieser Beitrag befindet sich in ständiger Ergänzung und basiert auf einer ersten groben Wesensbeschreibung des neuzeitlichen Menschentypus.

Wesensmerkmale
Er weiß alles und besser, hat immer das letzte Wort.
Er kann alles und noch viel mehr, für ihn ist das Leben nur eine Wiederholung.
Er lehnt jede Regel ab, außer die zum eigenen Vorteil.
Er kennt keine Pflichten außer die Pflichten der anderen ihm gegenüber.
Er hat früher alles anders und besser gemacht.
Er kennt alles schon, für ihn ist nichts neu.
Er redet viel, ohne sich wirklich festzulegen.
Er lässt seinen Worten keine Taten folgen.
Er kennt nur amateurhafte Stümper, Dilettanten, Honks und Arschlöcher.
Er verfasst Brandbriefe und Hetzreden, die er mit ‚Vergesst was ich gesagt habe‘ enden lässt.

B-Symptome
Er ist mit seinem Smartphone verwachsen.
Er glaubt nicht an den Osterhasen oder Weihnachtsmann, dafür aber an Google, Facebook, Instagram, Twitter und die abonnierten Whatsapp-Gruppen.
Er nuckelt – insbesondere am frühen Morgen – intensiv am Thermo-Kaffeebecher.

Unterscheidungsmerkmale zu anderen Menschentypen der digitalen Neuzeit
Im Gegensatz zum ‚Unechten Homo digitalis‘ nutzt der Homo digitalis nie ein Headset oder spricht gar leise. Die Umwelt soll erleben und hören, wie kühl der Homo digitalis als eigentlich perfekte Führernatur in seiner Traumwelt agiert.

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