Alltagsmasken-Alltag

Ich bin im Karnevalsmodus unterwegs. Mit Alltagsmaske und ohne Brille, da selbige beim Tragen der scheinheiligen Virenbremse ständig beschlägt. Mir gegenüber setzt sich ein Typ, geschätzt im Alter der Generation Unverletzbar*. Wie aus dem Nichts reisst er sich seine Einweg-Maske vom Gesicht und schnäuzt einmal kräftig hinein. Mit seiner Schnäuzhand greift er in seine Umhängetasche und zerrt eine neue Einweg-Maske heraus. Diese zieht er dem Nase-Mundbereich über, wobei seine Wichsgriffel auch den Filterstoff ordentlich versiffen. Die gebrauchte Maske wandert in seine Umhängetasche. Eine kurze Denksekunde und der Knilch greift wieder in die Tasche, diesmal holt er eine Flasche Handdesinfektion heraus und desinfiziert seine Pfoten gründlichst. Das ist auch gut so, steigt der Herr doch an derselben Haltestelle wie ich aus und ist darauf erpicht, den Türöffner zu drücken, da das automatische Öffnen der Türen ihm zu lange dauern scheint.

Genau aus diesem heute erlebten Irrsinn heraus ist das Tragen eines Nase-Mundschutzes hirnrissig, ist der richtige Umgang den Leuten nicht bekannt. Hauptsache unsere Chefvirologen haben beim Betrachten des Unsinns ihren Spaß, werden sie statt in den Öffentlichen im Diesel durch die Stadt gekarrt.

* Generation Unverletzbar sind die elitären Spackos, die kein Drosten-Gesichtskostüm brauchen, übermenschlich kühl sind und die als Kind leider nicht sehr oft gegen eine parkende flache Hand gerannt sind.

Angsthasen-Alarm

Ich checke den Kontostand. Meine weiblichen Fressfeinde haben beschlossen, dass mein Kingsize-Bett eine Auffrischung braucht. Nein, nicht die Sparvariante mit dem sensationellen eazzy Topper von Nicer Dicer-Genius. Es soll schon ein richtig neues Bett mit neuem Lattenrost und neuer Matratze sein. Wobei, es wird schon ein bisschen gespart. Statt der bisher luxuriösen zwei mal zwei 2 Meter werden es ganz neu nur noch eins Komma vier mal zwei Meter. „Dann ist da noch ein bisschen mehr Platz im Zimmer“. Ich weiss zwar nicht wofür, dafür weiss ich aber mit Sicherheit, dass sich für den Einzelmann der Widerspruch gegenüber einer Gruppe Frauen nicht lohnt.

Mir fällt auf, das Amazon eine Abbuchung tätigt und ich weiss gerade nicht, was ich da bestellt habe. Die Summe kommt mir so gerade vor, weshalb ich mich auf der Webseite einlogge. Gleich kriegt „Nachrichten“ im Dock einen roten Punkt. Herr Bezos oder einer seiner Sklaven schreibt mir eine SMS: „Amazon Anmeldung wurde von BE, DE erkannt. Details anzeigen:“. Am liebsten würde ich zurückrufen und den dafür verantwortlichen Vogel fragen, was das soll. So vergesslich bin ich noch nicht, dass der Login vor keine 30 Sekunden mir entgangen ist.

Ein paar Minütchen später meldet sich „Mail“ mit einem roten Punkt. Ist mein iMac mit einem Virus befallen und hat macOS das neuartige Rot-Fleckfieber? Nein, es ist wieder Herr Bezos und er informiert mich per Mail: „Ronaldo, wir haben eine Anmeldung bei Ihrem Konto festgestellt. Wenn Sie das waren, können Sie diese Nachricht ignorieren.“

Warum dieser Terror? Ich wollte nur wissen, warum Amazon Geld aus meinem Konto absaugen möchte. Und zwischen den roten Punkten von „Nachrichten“ und „Mail“ ist mir aufgefallen, dass die Gebühr für Amazon Prime fällig war. Gut zu wissen. Aber hatte ich nicht angekreuzt, dass ich drei Tage vorher per Mail informiert werde?

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Der Groll

oder: Gedanken während der Lärm innere Schrei übertönt

Der Lärm aus der Konserve wird härter und ist am Anschlag laut, nur noch nicht laut genug, um die Schreie zu übertönen.

In meiner Welt schaue ich auf den Schattenmensch. Warum treten ausgerechnet die verlaufenen Tränen so hervor, wo doch die vielen kleinen liebreizenden Details in der Masse aller Details untergehen?

Als hätte das Brodeln den Siedepunkt erreicht, fördert eine Blase des Schmerzes es an den Tag: Mein Kopf fragt mich, ob das was hier gerade läuft mir wirklich gut tut. Du wolltest dein drittes Leben so leben und bist nach all den Opfern dabei, die Maxime gegen innere Qualen zu tauschen.

Ich antworte ja, aber …

Dein Aber ist nicht dein Kopf, bin nicht ich. Da denkt etwas anderes an dir.

Ja.

Du weisst was zu tun ist?

Ja, ich weiss.

Zicke WordPress

Gerade flattert der Hilferuf rein, dass meine heutigen Beiträge nicht in wordpress.com-Reader erscheinen.

Sabotage! Ich werde gemobbt, terroristisch angegriffen. Wie soll ich ein berühmter, reicher und megasexy Influencer werden, wenn ich in der Ausübung meiner scheinberuflichen Tätigkeit so behindert werde?

Oder liegt es an meiner Aufdeckung der Urheberschaft an der mittlerweile sehr erfolgreichen Alltagsmaske? Hat ein WordPress-Bot diese Information als Fake eingestuft, an Donald Trump gepetzt und der wiederum hat den weltbekannten Ronaldo Capybara auf Lebenszeit aus den USA verbannt? Selbst das Google ist ratlos und schmucke Youtube-Videos finde ich auch nicht zu dem Thema.

Ich meine die Lösung des Problems gefunden zu haben: Das Internet war noch gar nicht geboren, ich ein Jüngling von 7 Jahren und habe damals zum letzten Mal meinen genialen Lichtbildprophet-Fundstücke-Mausmaler-Makkerony-Muschitoaster-Blog synchronisiert. Mir fehlt total die Erinnerung, was und warum ich synchronisiert habe. Aber es war so bedeutend, dass WordPress heute einen mittelschweren Bock zu schieben scheint. Ich kann nur Sorry sagen, liebes WordPress! Wenigstens bin ich noch Inhaber meiner glorreichen Webseite. Danke!

50 Jahre ohne Synchronisation

Ich habe sie erfunden! Was, das lesen sie später …

Ich bin der wahre Erfinder der Alltagsmaske!
Den Prototypen gibt es exklusiv nur auf Instagram zu sehen. Das ist der Beweis!

Dann kam so ein Vollhonk, stahl mir die Idee und behauptete auch noch, das Selbstgebastelte vor Mund und Nase drapiert schützt vor dem neuartigen Corona – COVID-19 Virus und so.

Das ist alles ein Schwindel!
Ich wollte mich mit meiner genialen Alltagsmaske nur von eurem lieblos-langweiligen Digitalbildchen schützen.
Was dann daraus gemacht wurde, das habe ich so wirklich nicht gewollt.
Schluchz, heul …