Ich fordere mehr Aufmerksamkeit. Für mich.

Ein Zitat aus Threads: „Heute an einer Bushaltestelle in Berlin: Es regnet. Ein Mann steht unter dem Dach und raucht. Mein Mann und ich vertragen Tabakrauch schlecht, bleiben aber wegen des Regens zunächst dort. Dann kommen eine Frau mit Kind und ein Mann mit Kleinkind im Kinderwagen dazu. Beide bleiben im Regen stehen, während der Mann unter dem Dach weiterraucht. Ich habe danach noch einmal nach den Berliner Rauchregeln geschaut und mich gefragt: Warum müssen eigentlich die Nichtraucher ausweichen? Nur weil Rauchen an einem bestimmten Ort nicht verboten ist, heißt das doch nicht, dass man keine Rücksicht auf andere nehmen muss – besonders auf Kinder. Mir geht es nicht darum, Rauchern ihre Freiheit abzusprechen. Aber wo endet die persönliche Freiheit und wo beginnt die Verantwortung gegenüber anderen? Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Schutz vor Tabakrauch im öffentlichen Raum einfach zu kurz kommt. Und ich frage mich, welchen Einfluss wirtschaftliche Interessen der Tabakindustrie darauf haben. Vielleicht sehe ich das zu kritisch. Was denkt ihr? Sollten Nichtraucher an Bushaltestellen besser vor Passivrauch geschützt werden“

Ist das ein Fall von Ragebait? Auf alle Fälle sind die Gedanken ein Fall von zu viel Freizeit. Wäre die Berufsechauffierte besser ausgelastet, würde sie nicht auf die Idee kommen, ihre Zeit mit solchen Belanglosigkeiten zu verschwenden.

Wiener Zentralfriedhof

Wenn Berlin reich ist, dann an Friedhöfen. Es gibt viele kleine Friedhöfe in der Innenstadt, aber auch große Areale außerhalb des S-Bahnringes und am Stadtrand Berlins. Ich mag gar kein Ranking aufstellen wollen, doch fast jedes Jahr bin ich auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee (alte Heimat), ich mag den Südwestkirchhof in Stahnsdorf, sein Pendant, den Ostkirchhof in Ahrensfelde und den Friedhof St. Elisabeth I in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte Berliner Mauer. Aktuell bin ich mit der Perle dabei, den Zentralfriedhof Friedrichsfelde zu entdecken.

Von Anfang an war klar, dass die Reise nach Wien auch zu einem Abstecher auf den Wiener Zentralfriedhof führen würde. Noch heute bin ich von dem ersten Gedanken beim Betreten des Wiener Zentralfriedhofs überwältigt. Da ist seine Größe, dass sogar private Fahrzeuge gegen einen Obulus darauf fahren dürfen. Es gibt ein nettes Cafe auf dem Friedhof am Haupteingang (Tor 2) und zwei jüdische Abteilungen (alter jüdischer Friedhof Tor 1 und neuer jüdischer Friedhof Tor 4). Für einen Friedhof ist auf dem Wiener Zentralfriedhof ziemlich viel los, inklusive Besucherführungen zu den Gräbern bekannter Verstorbener wie Falco oder Udo Jürgens. Da ist aber auch die Größe des Friedhofs als ein unschätzbares Naturgebiet: Während die Perle und ich im alten jüdischen Friedhof unterwegs waren, wurden wir von Rehen begleitet. Das erinnert mich an den jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee in Berlin, wo ich in einem Frühjahr eine Fuchsmutter mit ihren Fuchswelpen beobachten konnte.

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