Nimm doch irgendeine App statt dich in der Dunkelkammer zu quälen

Wenn ich höre, für was – womöglich noch beim besten Willen – keine Zeit ist und wenn ich sehe, für was die angeblich so knappe Zeit verschwendet wird, dann zweifle ich an der Vernunft. Auch an meiner eigenen. Ich kannte das Standardprozedere in der Dunkelkammer und entschied mich deshalb für die digitale Fotografie. Schließlich gibt es ja hier auch eine digitale Dunkelkammer. Da kann ich doch alles und noch viel mehr machen. Und dann das Smartphone, durch Apps wie Hipstamatic zur iPhoneography erkoren.

Das digitale Zeug mag nicht stinken, ist aber nicht mehr gesund. Klar kann ich mit Fingertipps und Mausklick Grenzen der Bildmanipulation überschreiten. Doch das wache Auge bekommt sehr schnell mit, wie wenig Spielraum und wie varianten-arm all die kühlen Programme und Zusatzmodule sind. Letztendlich erkennt das geübte Auge sehr schnell, welcher Pixelprinz am Nachahmen analoger Effekte beteiligt ist. Und: Keine App oder Abo-Programm kann die Schärfe und Präzision der digitalen Fotografie aufbrechen. Allein die Simulation des analogen Korn stellt ein großes Problem dar.

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Neue Probleme im Leben ohne ein Mobilfunk-Sprachgerät und -vertrag (Drittes Update)

Wie teile ich dieser Welt auf ADHS mit, dass ich in ein paar Tagen kein Smartphone-Vertrag mehr besitze und auch keinen neuen Vertrag abschließen, kein Prepaid-Angebot nutzen oder auf das klassische Festnetz umsatteln werde. Über Wochen, manchmal auch Monate, interessiert sich keine Sau für meiner einer. Da verbraucht das iPhone ausschließlich nur Strom, spielt Mikrowelle und mehr nicht. Wenn dann mal jemand anruft, dann geschieht das zu einer Zeit, wo es für mich gerade absolut unpassend ist. Das brauche ich nicht, erst Recht allein der in meinen Augen unverschämten Schein-Flatrates schon nicht.

Mittlerweile habe ich mich an das Leben mit einem Tablet gewöhnt und reagiere auf Mails oder Datennachrichten schneller als auf einen Anruf. Da wir alle ja so social media sind, genügt eigentlich der Facebook-Messenger. Wer will, der kann mich auch via Apple’s Nachrichten oder – mit großem zeitlichen Verzug – mit dem guten alten Skype erreichen. Ich denke das genügt, um mir mit Belanglosem und überzogenen Selbstdarstellungen auf den Sack und Senkel zu gehen.

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Heute im Super-Sparangebot: Viel Redundanz!

Bla bla bla, bla bla bla bla bal, bla bla. Bal bla! Bla bla bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla bla, bla bla bla. Bla bla bla, bla bla bla bla bal, bla bla. Bal bla bla bla? Bla bla bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla bla, bla bla bla. Bla bla bla, bla bla bla bla bal, bla bla. Bal bla! Bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla bla, bla bla bla. Bla bla bla, bla bla bla bla bal, bla bla. Bal bla bla bla? Bla bla bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla bla, bla bla bla! Bla bla bla bla bla bla du bist so gemein bla bla!

Bla bla bla bla bla bla bla bla. Bla bla bla, bla bla bla bla bal, bla bla. Bal bla! Bla bla bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla bla, bla bla bla. Bla bla bla, bla bla bla bla bal, bla bla. Bal bla bla bla? Bla bla bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla bla, bla bla bla. Bla bla bla, bla bla bla bla bal, bla bla. Bal bla! Bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla bla, bla bla bla. Bla bla bla, bla bla bla bla bal, bla bla. Bal bla bla bla? Bla bla bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla bla, bla bla bla! Bla bla bla bla bla bla die anderen machen das doch auch bla bla, bla bla bla bla!

Bla bla bla, bla bla bla bla bal, bla bla. Bal bla! Bla bla bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla bla, bla bla bla. Bla bla bla, bla bla bla bla bal, bla bla. Bal bla bla bla? Bla bla bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla bla, bla bla bla. Bla bla bla, bla bla bla bla bla bla bla bla bal, bla bla. Bal bla! Bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla bla, bla bla bla. Bla bla bla, bla bla bla bla bal, bla bla. Bal bla bla bla? Bla bla bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla bla, bla bla bla! Bla bla bla bla bla bla ich bin das Schärfste, weil ich trag ne Pepperoni in meinem Hintern spazieren bla bla! Bla bla bla bla, bla bla bla bla?

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Die Lichtbildprophet-Redaktion stellt sich vor

Lichtbildprophet – Der glorreiche Name des größten deutschsprachigen Fotodepressionismus-Blogs ergab sich aus ‚Harry Potter‘. Richtig, der Tagesprophet gab den Urknall. Dem Urgeist gefiel der ‚Prophet‘. Aus Respekt vor (aus)gelernten Fotografen benutzte der Vormals-Blog für sich selbst stets den Lichtbildner. Beides kombiniert ergibt den sensationell geilen Namen Lichtbildprophet! Es war pure Bescheidenheit und kein Größenwahn, der das Huhn oder Ei zu diesem Namen trieb. Auch wenn der Lichtbildprophet eine Ein-Mann-Show ist, so hat er, wie andere Ein-Mann-Shows im Internet auch, natürlich eine Redaktion! Damit kann der Autor vom ‚wir‘, der schleimige Leser von ‚ihr‘ und ‚euch‘ reden. Heute und nur heute wollen sich die schüchternen aber genialen Redaktionsmitglieder den Millionen begeisterter Leser dieses einmaligen Blogs vorstellen:

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Warum ich meinen eigenen Stil erfinden musste

Blicke ich zurück in meine Kindheit, da waren die Schinken der Berg- und Tallandschaften, röhrende Hirsche oder das Segelschiff in rauer See. Die Motive waren und sind auch heute noch für mich grauenhaft. Was mich aber an den Meisterwerken aus einer Hinterhof-Massenproduktion fasziniert, ist die unruhige Malweise im Detail und doch das erkennbare Motiv auf Distanz. So grausam kitschig das Motiv auch war und ist, ich konnte mir es trotzdem ansehen. Im Bezug auf solch Wohnzimmer-Meisterwerke sprach Horst Lichter in ‚Bares für Rares‘ von der Stilrichtung des Depressionismus und der Begriff trifft es auf den Kopf: Im biederen Ambiente an die Wand – über der gemütlichen Couch – genagelte Sehnsüchte!

Bei manch moderner, in den sozialen Sammelpunkten hochgelobter Arbeit, schmerzt mich der ebenso kitschige wie klischeebehaftete Inhalt umso mehr. Pseudo HDR, explodierte Farbeimer und eine unerträgliche Schärfe sind nicht nur eine Beleidigung menschlichen Sehens, dieser Schund und Schmutz der Fotografie ist eine regelrechte Vergewaltigung des Betrachters. Ich sehne mich nach der Imperfektion, danach dass der sogenannte Fotograf bereit ist, die brachiale Präzision und nahezu unendlich steile Schärfe aufgibt. Der Vortänzer einer Meisterklasse, ohne selbst Lehre und Lehrbefähigung zu besitzen, soll nicht dem Betrachter möglichst alles vordenken, nur weil dieser keine Zeit zum Sehen und Denken hat. Kunst lebt von Emotionen, die gibt es jedoch nicht als Instantsuppe ohne kochendes Wasser und mit dem Schneebesen aufgeschlagen. Kunst muss Fragen stellen, muss sich deshalb aller möglichen Facetten bedienen.

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