Angriff der Papillomen

Krampfhaft ringe ich mit Worten, um meinen geliebten Blog mit halbwegs sinnvollem Inhalt zu füllen. Im Moment habe ich das innere Gefühl unter Beobachtung zu stehen. Das schränkt mein lockeres Schreibwerk ziemlich ein. Jedes Wort will von mir überlegt werden. Und während ich den mir aus den Fingern gesaugten Text des lieben Friedens Willen lösche, laufen mir Papillome und Detoxic (Webseite als PDF ansehen) über den Weg. Doch Vorsicht wer dem Link folgen tut! Die dort gezeigten Bilder sind so ekelerregend grausam, dass sie mit einem grafisch sicheren 18+ Schutzschild gesichert sind. Wer da rauf klickt, der ist selber Schuld. Wirklich!

Nein, ich starte mit dem Lichtbildprophet nicht in ein medizinisches Zeitalter. Dieser Beitrag ist auch keine irgendwie geartete Werbung. Es geht um eine megatierisch ernstes Gesundheitsthema, zumindest wenn man sein Gehirn nicht einschaltet: Eine Werbung leitet mich auf eine Webseite, auf der Frau Prof. Dr. Laura Kirschner erklärt, dass ich eventuell aufgefressen werde:

Zitat Anfang
Wenn Sie Papillomen am Hals, in den Achseln oder an anderen Stellen haben, werden Sie von Parasiten aufgefressen!
Zitat Ende

Na, Angst bekommen? OK, Frau Prof. Dr. Laura Kirschner legt noch eine Schippe nach:

Zitat Anfang
Wenn eine Person Papillome auf ihrer Haut hat, bedeutet dies, dass sich Kolonien tödlicher Parasiten in ihren inneren Organen angesiedelt haben und ihr Fleisch langsam auffressen.
Zitat Ende

Jetzt muss selbst der kühlste Corona-Leugner vor Angst bibbern. Was sind schon Drosten, Kekulé und Co. gegenüber Frau Prof. Dr. Laura Kirschner und ihren Papillomen. Scheiß auf Pandemie, Abstand und Kontaktbeschränkung. Wer erinnert sich nicht an die Papillomen-Impfung aus Kindertagen mit der extragroßen Pferdespritze.

Zitat Anfang
Der Statistik zufolge sind mehr als 1 Milliarde Menschen mit Parasiten infiziert. Der genaueste Weg, um eine Infektion zu diagnostizieren, ist der Papillome-Ausschlag.
Zitat Ende

Diese schonungslose wie sinnfreie Aussage hätte ich mir am Anfang des Shutdowns gewünscht. Aber nein, man erfindet ein neuartiges Corona-Covid-19 – Virus in mikroskopisch kleiner Mikrogröße und schickt es in Aerosole um die Welt, um schutzbedürftige alte Menschen umzubringen. Da sind die strunzgefährlichen Papillome ganz anders. Gefährliche Papillome kann ich erkennen, halb und ganz ganz blinde Menschen sogar ertasten! Heute scheint vergessen, dass ich wegen dem unsichtbaren wie neuartigen Corona-COVID-19 – Virus noch immer kontaktbeschränkt und auf Abstand leben muss. Der Feind, und sei es die kleinste Bazille, muss seh- und ertastbar sein, damit er als Bedrohung wahrgenommen ist.

Doch wer ist diese Frau Prof. Dr. Laura Kirschner? Ist sie überhaupt echt oder ein trumpscher Fake? Laut überzeugender Selbstauskunft ist sie eine echte Konifere, ähm sorry Koryphäe:

Zitat Anfang
Professorin des wissenschaftlichen Forschungsinstituts für medizinische Parasitologie und Tropenmedizin. Mehr als 20 wissenschaftliche Arbeiten zur molekularen Parasitologie. Befasst sich mit Verträgen zur molekularen Diagnostik der Leishmaniose.
Erfahrung: mehr als 15 Jahre

Zitat Ende

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Alltagsmasken-Alltag

Ich bin im Karnevalsmodus unterwegs. Mit Alltagsmaske und ohne Brille, da selbige beim Tragen der scheinheiligen Virenbremse ständig beschlägt. Mir gegenüber setzt sich ein Typ, geschätzt im Alter der Generation Unverletzbar*. Wie aus dem Nichts reisst er sich seine Einweg-Maske vom Gesicht und schnäuzt einmal kräftig hinein. Mit seiner Schnäuzhand greift er in seine Umhängetasche und zerrt eine neue Einweg-Maske heraus. Diese zieht er dem Nase-Mundbereich über, wobei seine Wichsgriffel auch den Filterstoff ordentlich versiffen. Die gebrauchte Maske wandert in seine Umhängetasche. Eine kurze Denksekunde und der Knilch greift wieder in die Tasche, diesmal holt er eine Flasche Handdesinfektion heraus und desinfiziert seine Pfoten gründlichst. Das ist auch gut so, steigt der Herr doch an derselben Haltestelle wie ich aus und ist darauf erpicht, den Türöffner zu drücken, da das automatische Öffnen der Türen ihm zu lange dauern scheint.

Genau aus diesem heute erlebten Irrsinn heraus ist das Tragen eines Nase-Mundschutzes hirnrissig, ist der richtige Umgang den Leuten nicht bekannt. Hauptsache unsere Chefvirologen haben beim Betrachten des Unsinns ihren Spaß, werden sie statt in den Öffentlichen im Diesel durch die Stadt gekarrt.

* Generation Unverletzbar sind die elitären Spackos, die kein Drosten-Gesichtskostüm brauchen, übermenschlich kühl sind und die als Kind leider nicht sehr oft gegen eine parkende flache Hand gerannt sind.

Angsthasen-Alarm

Ich checke den Kontostand. Meine weiblichen Fressfeinde haben beschlossen, dass mein Kingsize-Bett eine Auffrischung braucht. Nein, nicht die Sparvariante mit dem sensationellen eazzy Topper von Nicer Dicer-Genius. Es soll schon ein richtig neues Bett mit neuem Lattenrost und neuer Matratze sein. Wobei, es wird schon ein bisschen gespart. Statt der bisher luxuriösen zwei mal zwei 2 Meter werden es ganz neu nur noch eins Komma vier mal zwei Meter. „Dann ist da noch ein bisschen mehr Platz im Zimmer“. Ich weiss zwar nicht wofür, dafür weiss ich aber mit Sicherheit, dass sich für den Einzelmann der Widerspruch gegenüber einer Gruppe Frauen nicht lohnt.

Mir fällt auf, das Amazon eine Abbuchung tätigt und ich weiss gerade nicht, was ich da bestellt habe. Die Summe kommt mir so gerade vor, weshalb ich mich auf der Webseite einlogge. Gleich kriegt „Nachrichten“ im Dock einen roten Punkt. Herr Bezos oder einer seiner Sklaven schreibt mir eine SMS: „Amazon Anmeldung wurde von BE, DE erkannt. Details anzeigen:“. Am liebsten würde ich zurückrufen und den dafür verantwortlichen Vogel fragen, was das soll. So vergesslich bin ich noch nicht, dass der Login vor keine 30 Sekunden mir entgangen ist.

Ein paar Minütchen später meldet sich „Mail“ mit einem roten Punkt. Ist mein iMac mit einem Virus befallen und hat macOS das neuartige Rot-Fleckfieber? Nein, es ist wieder Herr Bezos und er informiert mich per Mail: „Ronaldo, wir haben eine Anmeldung bei Ihrem Konto festgestellt. Wenn Sie das waren, können Sie diese Nachricht ignorieren.“

Warum dieser Terror? Ich wollte nur wissen, warum Amazon Geld aus meinem Konto absaugen möchte. Und zwischen den roten Punkten von „Nachrichten“ und „Mail“ ist mir aufgefallen, dass die Gebühr für Amazon Prime fällig war. Gut zu wissen. Aber hatte ich nicht angekreuzt, dass ich drei Tage vorher per Mail informiert werde?

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Der Groll

oder: Gedanken während der Lärm innere Schrei übertönt

Der Lärm aus der Konserve wird härter und ist am Anschlag laut, nur noch nicht laut genug, um die Schreie zu übertönen.

In meiner Welt schaue ich auf den Schattenmensch. Warum treten ausgerechnet die verlaufenen Tränen so hervor, wo doch die vielen kleinen liebreizenden Details in der Masse aller Details untergehen?

Als hätte das Brodeln den Siedepunkt erreicht, fördert eine Blase des Schmerzes es an den Tag: Mein Kopf fragt mich, ob das was hier gerade läuft mir wirklich gut tut. Du wolltest dein drittes Leben so leben und bist nach all den Opfern dabei, die Maxime gegen innere Qualen zu tauschen.

Ich antworte ja, aber …

Dein Aber ist nicht dein Kopf, bin nicht ich. Da denkt etwas anderes an dir.

Ja.

Du weisst was zu tun ist?

Ja, ich weiss.

Urknall

Ich bin ja streng unreligiös erzogen. Und das, obwohl sich meine Polytechnische Oberschule neben einer katholischen Kirche befand und die Tochter eines dort angestellten Geistlichen in meine Klasse ging. Es hat nicht viel geholfen, ich glaube eher an den Urknall als an Gottes Werk. Wobei: In den letzten Jahren stelle ich mir die Frage, was vor dem Urknall war. Das Nichts ist explodiert, so versucht man es zu erklären um im selben Atemzug zu betonen, dass der Urknall nur eine Theorie sei. Ist er, der Urknall, also ein Unsinn? Muss ich mein Weltbild erneut gerade rücken, weil man sich beim Eisen im Spinat verrechnet hat und Cola nicht die Magen auffrisst? Dann könnte der ganze hysterische neuartige Corona – COVID-19 – Irrsinn ja auch so eine wissenschaftliche Theorie mit Fehlbarkeitspotential a la ‚Die Erde ist eine Scheibe‘-Theorie oder ‚ist in der Mitte hohl‘ sein. Hohl wie der Schokoladen-Weihnachts-Hase-Mann in meiner Nachttisch-Schublade, kein Eisenkern und so.

Das explodierte Nichts kann nicht solch ein Universum schaffen. Das liegt wieder verdächtig nah an Gottes Leistung. Uns fehlt einfach die Fantasie, über den Punkt Null hinaus in die Zeit davor zu blicken.

Ich weiss nicht, wo ich bei meinem Urknall anfangen soll. Ursprünglich habe ich die Presspappen-Platte als Unterlage verwendet. Irgendwann wurde sie zum Malmedium befördert. Und da begann für mich ein kreativer Leidensweg. Für die Platte und mich. Das ist an sich nicht ungewöhnlich. Ich bin kein Vorzeichner oder elitäres Genie mit einer Vision. Es beginnt irgendwann und ab da lasse ich mich von meinen Gedanken und Eindrücken treiben. Nichts sollte mich von dem Weg abbringen. Es kommt anders.

Das neue Jahr ist keine zwei Tage alt, da stehen wir beide alleine im weiten Park und umarmen uns. Es ist eine Weile her, dass wir uns beide allein gesehen haben. In meiner Wahrnehmung war es das letzte Mal im Sommer 2017. Die Umstände hätten besser sein können, doch es ging nicht anders. In der Zeit danach hat sich abgezeichnet, dass jeder irgendwie sein Ding machen wird. Selbstbestimmt und unabhängig voneinander. Dass die verstrichene Zeit auch ihre Spuren hinterlassen hat, war im Moment der umarmten Glückseligkeit nicht zu sehen. Jedenfalls für mich nicht. Für den Augenblick ist das noch egal und hält uns deshalb nicht davon ab, die nächsten Wochen sich so oft zu sehen, wie es zuvor so nicht der Fall war. Für mich ist es ungewohnt nicht allein im Atelier zu sein. Aber es ist sie und wir können über uns, das Vergangene und die Kunst reden.

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